Freiheit gegen Impfung: Nur ein unmoralisches Angebot?

Die Presse jubelt

Nun also doch: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verspricht, Geimpften einen Teil ihrer Freiheitsrechte zurückzugeben, nachdem er noch Ende Dezember verkündet hatte, er sei gegen Sonderrechte für Geimpfte. Geimpfte sollen reisen dürfen, im Einzelhandel einkaufen dürfen und zum Friseur gehen dürfen. Die Presse jubelt. Hurra, auf zur Impfung und den Sommerurlaub buchen? Endlich ist es bald vorbei? Äh, nein, eher nicht. Denn leider gibt es, wer hätte das gedacht, die eine oder andere Einschränkung. Oder was haben Sie von Herrn Spahn erwartet?

 

Keine Schnelltests und keine Quarantäne für Geimpfte

Was genau sollen Geimpfte denn dürfen, was Nichtgeimpfte nicht dürfen? Die Impfung soll Geimpfte nur von der Schnelltestpflicht befreien und dann sollen sie alles machen dürfen, was Nichtgeimpfte nur mit Schnelltest machen dürfen. Und Geimpfte sollen von der Quarantänepflicht befreit werden. Das wäre ja schon mal was, oder? Mag sein, aber es wäre natürlich längst nicht die Rückkehr zu den Freiheiten, die wir einst hatten. Es wäre ein bisschen mehr Komfort in einer weiterhin von Krise und Panik gebeutelten Welt. Und das auch nur, und nun kommt eine ganz wesentliche Einschränkung des Versprechens, wenn die 3. Welle vorbei ist!

 

Aber nur, wenn die 3. Welle vorbei ist

Also mal ehrlich. Glauben Sie Jens Spahn? Meinen Sie, der oder seine Berater hätten eine Glaskugel und wüssten, wann die 3. Welle vorbei sein wird? Vielleicht das nicht, aber sie können vielleicht ahnen, wie sich ein derartiges Infektionsgeschehen voraussichtlich entwickelt, jahreszeitlich bedingt und ganz unabhängig von Tests, Impfungen, Lockdowns und sonstigen Maßnahmen. Aber warum sollten nach der 3. Welle nicht noch die 4., 5., 6. Welle und so weiter folgen, nach dem Sommer und in den nächsten Jahren? Genug Möglichkeiten also, Ihnen bedauerlicherweise selbst diese kleinen, versprochenen Lockerungen Ihrer persönlichen Knechtschaft doch wieder zu verweigern. Spahn würde sicher untröstlich sein. Aber egal, Hauptsache erst mal geimpft.

 

Hauptsache geimpft

Das ist wohl der Grund für diese Verlockung. Die Impfkampagne ist längst ins Stocken geraten, aus guten Gründen. Was liegt da näher, als mit irgendwelchen Versprechungen, die man hinterher sowieso nicht einhalten muss, wieder Fahrt hineinzubringen? Wer sich unter denen, die der Impfung bisher nicht vertrauten, von solchen Aussichten nun doch zur Impfung bewegen lässt, der soll das tun. Jeder muss selbst wissen, was er sich antun möchte. Wenn die Überzeugungen so klein sind, dass es genügt, wenn jemand mit einem kleinen bisschen Freiheit winkt, um sie über den Haufen zu werfen, dann basierten diese Überzeugungen wohl nicht auf guten Argumenten. Will heißen, dass diese Werbekampagne diejenigen, die gute Argumente gegen die Impfung kennen, wohl kaum zur Impfung motivieren wird. Aber die Ängstlichen und Unentschlossenen, die nicht so recht wissen, ob ja oder nein oder vielleicht doch, die wird man damit vielleicht bekommen, ja. Und denen möchte ich sagen: Egal wie Sie sich entscheiden, es ist für Sie die richtige Entscheidung. Es ist o.k., sich impfen zu lassen und es ist auch o.k., sich nicht impfen zu lassen. Aber Sie sollten schon so ungefähr wissen, warum Sie das tun.

 

Aber warum?

Wenn Sie sich für die Impfung entscheiden, sollten Sie wissen, dass Ihnen die Impfung nicht Ihre Freiheit zurückbringt. Das hat Herr Spahn nicht vor, denn er weiß, dass die Impfung die Infektion nicht sicher verhindert, die Erkrankung nicht sicher verhindert und dass Geimpfte, die sich trotz Impfung infiziert haben, auch Nichtinfizierte anstecken können. Er beruft sich auf das RKI, welches festgestellt hat: „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“ Lesen Sie den Satz ruhig noch einmal. Ja, genau, da steht, dass Geimpfte Viren übertragen können, ebenso wie Personen mit negativem Schnelltest. Sicherheit, dass jemand nicht infiziert ist und nicht eine hohe Viruslast in sich trägt, die geeignet ist, Nichtinfizierte zu infizieren, bieten also weder die Impfung noch ein negativer Schnelltest. Weshalb beides nicht dazu geeignet ist, etwa auf Masken oder Abstand oder diverse Verbote zu verzichten. Warum aber soll dann für die Geimpften der Schnelltest nicht mehr nötig sein, wenn man ihn ansonsten grundsätzlich für unbedingt notwendig hält?

 

Gute und schlechte Virusträger

Spahn will also darauf verzichten, den geimpften Virusträger mittels Schnelltest erkennen zu können und dann kann der fröhlich losinfizieren? Also will man gar nicht alle oder möglichst viele finden, die die Infektion weitertragen könnten, sondern zwischen guten (geimpften) und schlechten (nicht geimpften) Virusträgern unterscheiden und nur die schlechten Virusträger finden? Diese Logik versteht vielleicht Herr Spahn. Ich nicht. Ich kenne aus dem eigenen Umfeld einen Fall, in dem eine Krankenpflegerin zweimal ihre Impfung mit Biontech erhalten hat. In ausreichendem Abstand, jedenfalls mehr als 15 Tage nach der 2. Impfung, infizierte sich die Tochter mit Covid-19. Die Krankenpflegerin kam als Kontaktperson der Kategorie 1 trotz Impfung 14 Tage in Quarantäne. Nach Ablauf der Quarantäne wollte die geimpfte Pflegerin ihren Dienst wieder aufnehmen und musste vorher einen Schnelltest machen. Der war positiv und der anschließende PCR-Test bestätigte die Infektion. Wenig später setzten dann auch Symptome ein, jedoch war der Verlauf nicht sehr schwer und es war mit 2 Tagen Bettruhe und erneuten 14 Tagen Quarantäne dann getan. Was wäre nun geschehen, wenn diese Pflegerin nicht bei Dienstantritt nach der 1. Quarantäne einen Schnelltest hätte machen müssen? Sie hätte eventuell Kollegen und Patienten infizieren können, wenn die Hygienekette nicht an jedem Punkt konsequent eingehalten worden wäre. Nun war das eine Krankenpflegerin, die an einem Ort arbeitet, an dem die Hygiene gewöhnlich gewährleistet ist. Aber wie ist das mit Geimpften, die nicht da arbeiten oder sich nicht da aufhalten, wo eine optimale Hygiene gewährleistet ist? Die brauchen dann nicht getestet zu werden und haben dank Impfung die Lizenz, die Infektion ungehindert zu verbreiten, oder wie? Logisch ist das nicht. Es sei denn, man würde glauben, dass die Schnelltests so fehlerbehaftet sind, dass es auf die paar Infizierten mit Impfung, die da durchrutschen, nicht ankommt. Und gerade deswegen die Maßnahmen im Großen und Ganzen auch für die Geimpften nicht lockern wird.

 

Schutz vor Mutationen ist irrelevant?

Und was ist denn eigentlich mit den gefährlichen Mutanten, vor denen die jeweilige Impfung kaum oder gar nicht schützt? Die gefährliche britische oder die gefährliche südafrikanische oder die gefährliche brasilianische oder die gefährliche indische oder die gefährliche französische Mutation des Coronavirus? Oder die noch gefährlichere Mutation einer solch gefährlichen Mutation? Wenn sich Geimpfte mit diesen Mutationen infizieren, gegen die die erhaltene Impfung nicht wirkt, würden sie diese doch genauso weitergeben wie die Nichtgeimpften, nicht wahr? Aber kann der Schnelltest die Mutationen entdecken? Ja, einige Mutationen sollen die Schnelltests entdecken können, andere nicht. Die neue französische oder bretonische Mutante soll nicht einmal der PCR-Test erkennen. Das Aufspüren von Infizierten, die eine gefährliche Mutation von Covid 19 in sich tragen, gegen die die Impfung nicht wirkt, die der Schnelltest aber erkennen könnte, ist also irrelevant? Weil es die bei uns nicht gibt? Ich würde sagen, jede, wie auch immer geartete Mutation, die gerade irgendwo auf dieser Welt entsteht, ist in Zeiten der Globalisierung im ungünstigen Fall binnen 24 Stunden im Land und im günstigen Fall nach einigen Tagen. Oder waren irgendwann alle Grenzen und Flughäfen tatsächlich geschlossen und sämtliche Reisen, selbst Geschäftsreisen, untersagt?

 

Dann müssen wir mit dem Impfen wieder von vorne beginnen

Egal, wenigstens schützen die Impfungen ja vor den Virus-Varianten, die bei uns im Moment am häufigsten vorkommen und die Schnelltests erkennen die auch. Ja? Ja, aber wie lange wird das anhalten. Was geschieht denn mit Viren, die in beispielsweise 6 plus x verschiedenen Varianten vorliegen, wobei es Impfungen gibt, die gegen eine Variante gut wirken, gegen andere nicht so gut und gegen eine weitere Variante gar nicht. Wie ist das denn so in der Evolution mit dem Selektionsdruck? Dann haben die Varianten, gegen die die Impfung nicht so gut wirkt und ganz besonders die, gegen die sie überhaupt nicht wirkt, einen Vorteil. Und können sich ungehemmt ausbreiten. Wenn das dann auch noch viel gefährlichere Mutanten sind, könnte es sogar sein, dass die Impfungen die Lage noch verschlimmern. Selbst Kanzleramtsminister Helge Braun brachte es vor einigen Tagen auf den Punkt: „Dann müssen wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen.“ Nicht nur mit den Impfungen. Der Kanzleramtsminister hat im Gegensatz zum Gesundheitsminister wenigstens eine fundierte medizinische Vorbildung. Und nun? Auf zur Impfung? Die Freiheit ruft? Lassen Sie sich nicht abhalten. Dass sie mit einer der Impfungen, die jetzt gerade in Deutschland auf dem Markt sind, am Ende besonders viel Freiheit zurückerlangen, ist höchst unwahrscheinlich. Und mit jeder Impfung erhöht sich womöglich auch noch die Chance für einen Vormarsch noch gefährlicherer Mutanten.

 

Impfreaktionen und Nebenwirkungen der „Hightech-Impfstoffe“ an der Tagesordnung

Sind wir doch mal ehrlich. Alle derzeit in Deutschland verfügbaren Impfstoffe sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegen die auch in Deutschland vorhandenen neuen Virus-Mutanten jetzt bereits überholt. Mit allen diesen Impfstoffen gibt es ähnliche Probleme im Hinblick auf Impfreaktionen und Nebenwirkungen. Sie sind an der Tagesordnung und führen zu kopflosen Änderungen der Impfstrategie, die kein normaler Bürger mehr nachvollziehen kann. Ja, im Moment gilt in Deutschland nur Astra Zeneca als der Buhmann, aber in anderen Ländern, wie etwa bei den Briten, soll es nach Impfungen mit dem Biontech-Impfstoff noch viel mehr mit Thrombosen assoziierte Nebenwirkungen gegeben haben als bei Astra Zeneca. Wer also meint, mit Biontech sei er dann sicher, könnte mit Zitronen gehandelt haben. Was womöglich am Funktionsprinzip dieser „Hightech-Impfstoffe“ liegt, das in allen Fällen darauf beruht, dass genetisches Material in körpereigene Zellen eingeschleust wird und dafür sorgt, dass diese die sogenannten Spike-Proteine produzieren, welche ein wichtiger Bestandteil der Hülle des Coronavirus sind. Die Spike-Proteine sorgen nicht nur dafür, dass die Viren an menschliche Zellen andocken können. Sie können auch dafür sorgen, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) verklumpen, sich Thromben in den Gefäßen bilden und sich außerdem noch die Gefäßinnenwände (Endothelien) verändern. Dadurch können die gefürchteten Thrombosen und Embolien, etwa im Gehirn, ausgelöst werden. Blutverdünner, wie ASS oder Heparin, können diese Art von Thrombosen nicht verhindern, denn sonst könnte man sich ja damit einfach für einige Zeit nach der Impfung schützen.

 

Also keine Impfung?

Was mache ich selbst? Die Antwort mag überraschen. Ich bin kein radikaler Impfgegner. Ich halte nur nichts von den Corona-Impfstoffen, die aktuell in Deutschland auf dem Markt sind. Ob sie nun von Astra Zeneca, Johnson & Johnson, Biontech oder Moderna sind. Sie sind alle nicht so, dass ich mich für den zu erwartenden Nutzen dem Impfrisiko aussetzen möchte. Und wenn es nur die Kopfschmerzen, die Gliederschmerzen oder das Fieber sind, um die harmloseren Symptome zu beschreiben, die fast alle nach der Impfung haben und die mittlerweile von einigen wohl schon als in Kauf zu nehmendes geringeres Übel angesehen werden, im Verhältnis zu dem tollen Nutzen, den die Impfung womöglich hat. Nein, selbst diese Reaktionen möchte ich nicht haben. Dazu fehlt mir entweder die devote Veranlagung oder die panische Angst vor dem Virus. Aber ich bin, wie Sie gleich sehen werden, durchaus auch mal Pragmatiker, wenn es sein muss.

 

Wenn, dann mit welchem Impfstoff?

Wenn mich die Impfung vor lästigen und meines Erachtens wenig sinnvollen Tests bewahrt und ich mit der Impfung dann auch dazu beitragen kann, dass die Inzidenz sinkt, so unsinnig die Orientierung daran sein mag, aber weniger Tests bedeuten auch sinkende Inzidenzen, würde ich mich impfen lassen. Wenn, ja wenn endlich ein Impfstoff auf dem deutschen Markt verfügbar wäre, der ganz anders funktioniert. Der nämlich nicht mittels der Verabreichung genetischer Informationen den Proteinbiosyntheseapparat der menschlichen Zellen zur Produktion von Spike-Proteinen nutzt, sondern der das fertige Antigen, etwa das Spike-Protein oder Teile davon, enthält. Und der nach bisheriger Kenntnis möglichst keine oder so gut wie keine Impfreaktionen und keine Nebenwirkungen hat. Gibt es nicht? Doch, offenbar gibt es Grund zur Hoffnung.

 

Vielleicht mit Novavax

Es sieht so aus, als gäbe es ihn schon: Der erste Impfstoff, der eine ganz klassische Immunreaktion bewirken soll, wie wir sie von bewährten Impfstoffen seit langer Zeit kennen, ist schon in der abschließenden Prüfung und wird noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ist nur die Frage, ob Herr Spahn ihn auch für Deutschland einkauft und ob er genug davon kauft, dass eine Dosis davon für mich übrig bleibt. Welcher ist es? Novavax. Ja, mit Novavax würde ich mich aufgrund meines bisherigen Kenntnisstandes impfen lassen. Darauf warte ich. Auch mit dem enthaltenen Wirkverstärker erwarte ich kein Problem. Denn auch solche Verstärker sollte man sich durchaus genau anschauen, seit die Bundesregierung im Jahr 2009 für die Impfung der Bevölkerung Schweinegrippe-Impfungen (Pandremix) eingekauft hat, in denen sogenannte Squalene als Wirkverstärker enthalten waren. Sie hatten für einige Geimpfte nicht so schöne Langzeitfolgen. Lesen Sie darüber ruhig mal etwas nach, wenn es um die Frage geht, ob blindes Vertrauen in Impfstoffe, von denen man Ihnen erzählt, es seien erstklassige Impfstoffe, eine gute Idee ist.

 

Aber was ist mit den Mutationen?

Aber was ist mit der Wirkung gegen neue Mutationen? Es wird bereits nachjustiert und weiterentwickelt. Und ja, dann bräuchte man vielleicht später noch eine weitere Impfung. Es ist wie bei der Grippeimpfung. Die wird auch jährlich neu angepasst. Daran arbeiten die anderen Hersteller mit ihren Impfstoffen natürlich auch. Aber es ist schon ein Unterschied, ob ich jedes Mal wieder mit sehr unangenehmen Impfreaktionen rechnen muss oder ob ich eine Impfung bekomme, von der ich im Grunde (hoffentlich) nichts merke.

 

Deal

Also mein Angebot steht, Herr Spahn. Beschaffen Sie mir Novavax und ich lasse mich impfen, Deal. Dazu stehe ich, sofern ich nicht zwischenzeitlich auf natürlichem Weg Immunität erlangt haben sollte. Sogar dann, wenn Ihnen Frau Merkel einen Strich durch die Rechnung macht, alle Ministerpräsidenten hinsichtlich des Infektionsschutzes entmachtet und den totalen Lockdown veranstaltet. Noch totaler als wir es uns heute überhaupt vorstellen können. Natürlich für alle, auch für die Geimpften. Denn, wie gesagt, den gefährlichen Mutationen und den noch gefährlicheren Mutationen der Mutationen ist eben doch noch keine Impfung und kein Schnelltest gewachsen.

 

Wir können doch jetzt nicht alle warten

Natürlich ist das ambitionierte Vorhaben, allen Deutschen bis zum Sommer ein Impfangebot gemacht zu haben, kaum zu erreichen, wenn jetzt die Impfkampagne stockt und alle auf einen neuen Impfstoff warten wollten. Und was ist mit denen, die schon geimpft sind? Bietet die Novavax-Impfung denn mehr Schutz als die anderen Impfungen? Nein, das kann man so nicht sagen. Die Impfungen von Biontech, Moderna, Astra Zeneca und Johnson & Johnson bieten schon auch Schutz. Wer keine Bedenken hinsichtlich der Impfreaktionen und Nebenwirkungen hat, kann sich natürlich damit impfen lassen. Wer es hinter sich hat, für den ist es gut. Wer es noch vor sich hat, der muss es selbst wissen. Ein Wunder ist von keinem der derzeit bekannten Impfstoffe zu erwarten. Auch nicht, dass sie so wirken, wie man es eigentlich von einer Impfung erwarten würde. Nämlich sicher vor der Infektion, der Erkrankung und der Weitergabe der Infektion zu schützen. Das wird auch Novavax nicht können. Aber wenn die Impfung vor den Schnelltests schützt und einen zum guten Bürger macht, der etwas mehr darf? Herr Spahn, ich zähle auf Sie.

 

Und was ist mit den Immunen?

Warum eigentlich interessiert sich keiner so recht für die Immunen? Also ich bin mir gar nicht sicher, ob ich nicht längst Immunität gegen Covid-19 habe. Das kann man mit einem Antikörpertest herausfinden. Gab es ja mal bei dm-online. Aber jetzt nicht mehr, denn da gab es massive Kritik vom Verband der deutschen Laborärzte. Demnach sei der Verkauf solcher Tests im Internet hochgradig problematisch, weil die Genauigkeit und Verlässlichkeit nicht gegeben sei. Wenn sich Jeder einfach sein Ergebnis mit einem solchen Test hinbasteln könne, würde auch das Vertrauen in die Corona-Einschränkungen belastet. Ah, ja. Dann sollen doch die Laborärzte gern diese Tests machen. Die PCR-Tests machen sie ja auch. Doch leider kommen auch da schnell die Argumente gegen einen solchen Test. Zum Beispiel das, dass der Antikörper-Test auch negativ sein könne, wenn der Getestete zwar keine nachweisbaren Antikörper im Blut hätte, aber dennoch zelluläre Immunität aufgebaut habe. Der Getestete denke dann, er sei nicht immun, obwohl er vielleicht doch immun sei. Na prima, wo ist das Problem? Diejenigen mit nachweisbaren Antikörpern sind aber doch immun und warum will man denn nicht wissen, wie viele es davon gibt? Wenn es darüber hinaus dann noch eine Dunkelziffer von Immunen gibt, die gerade nicht entdeckt werden können, schadet das doch nicht. Ach so, die positiv auf das Vorhandensein von Antikörpern Getesteten können dann auch noch eine Kreuzreaktion haben mit ähnlichen Antikörpern und dann zeigt der Test eine nicht vorhandene Immunität an? Meinetwegen, aber wie viele positive Antikörper-Tests beruhen auf Kreuzreaktionen und reagieren diese Antikörper denn nicht ebenfalls mit Covid-19 und bieten eine gewisse Immunität? Nun, Kreuzreaktionen gibt es dann, wenn im getesteten Blut Antikörper gegen andere Coronaviren vorhanden sind, etwa gegen eher harmlose Erkältungsviren. Immerhin steht die Familie der Coronaviren unter den 7 Virusfamilien, die Erkältungskrankheiten auslösen können, an 2. Stelle, Coronaviren sind also da sehr häufig. Und tatsächlich geht man davon aus, dass Menschen, die Antikörper gegen diese Coronaviren gebildet haben, auch von Haus aus eine gewisse Immunität gegen Covid-19 haben können.  Der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) sagte Mitte 2020 zur Situation der Antikörpertests, dass alle derzeit erhältlichen Tests einen vernünftigen Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 erlauben. Dies gelte allerdings nur für die in Laboren durchgeführten Antikörpertests. Also dann, legt doch mal los damit.

 

Antigen-Schnelltests ja, Antikörper-Tests nein?

Bei den derzeit 254 vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte gelisteten und auf dem deutschen Markt erhältlichen Schnelltests verschiedener Hersteller ist es offenbar egal, was die alles nicht können und wie oft sie falsche Ergebnisse anzeigen. Wäre es denn nicht viel interessanter, zu wissen, wie groß der Anteil der Immunen in der Bevölkerung inzwischen ist als Gesunde ohne Symptome zu regelmäßigen Schnelltests zu drängen, die, wenn sie positiv sind, nur anzeigen, dass der Getestete mit irgendeinem Coronavirus infiziert ist, das noch lange nicht Covid-19 sein muss, sondern ebenso gut ein harmloses Erkältungsvirus aus der Familie der Coronaviren sein kann? Ein Immuner ist ungefähr genauso gut geschützt wie ein Geimpfter, oder nicht? Warum fallen die Immunen hinten runter und man will das gar nicht wissen? Es würde ja nur ein Test pro Bürger reichen. Möglicherweise wäre das Ergebnis für die Corona-Paniker und Lockdown-Fans eine heilsame Ernüchterung, man könnte all die Maßnahmen neu überdenken und alles würde gut. Wer Antikörpertests für entbehrlich oder gar gefährlich und trügerisch hält, der muss sich nicht über den Vorwurf wundern, dass er gar nicht will, dass alles gut wird.

 

Auch das Blut spielt eine Rolle

Wie man sieht, gibt es zum Thema Impfung und Immunität viel zu sagen und es ist schier unmöglich, sich damit erschöpfend zu befassen. Ein hochinteressantes Thema ist auch der Einfluss der Blutgruppe, sowohl auf die Infektion als auch auf mögliche Nebenwirkungen der Impfungen. Träger der Blutgruppe 0 können da etwas entspannter sein. Mehrere Studien belegen, dass sie einen gewissen Schutz genießen, ganz ohne Impfung. Sowohl vor der Infektion als auch vor der Erkrankung als auch davor, im Erkrankungsfall einen schweren Verlauf zu haben. Dieser Schutz mag nicht dem Schutz durch eine Impfung gleichkommen, denn es gibt noch andere Faktoren, die für Infektion und Verlauf relevant sind. Es sind sich auch nicht alle Studien über den genauen Einfluss der Blutgruppen einig. Auch Träger der Blutgruppe 0 können schwere Verläufe haben. Träger der anderen Blutgruppen (A, B, AB) müssen auch keine Angst haben, ein dramatisch höheres Risiko zu haben. Auch die Rhesusfaktoren spielen eine Rolle. Auch hier gibt es teils widersprüchliche Studien. Die meisten sagen aber, dass Träger der Gruppe 0 ein etwas geringeres Risiko haben. Warum? An der Oberfläche ihrer Körperzellen, auch der Blutzellen, der die Gefäßinnenwände bildenden Zellen und der Zellen in Lunge und Bronchien, fehlen die Blutgruppen-Antigene A und B, an die das Spike-Protein offenbar gerne bindet. Die in ihrem Blut enthaltenen Antikörper gegen A und B scheinen sogar eine direkte blockierende Wirkung auf die Bindung der Spike-Proteine an menschlichen Zellen zu haben. Das bedeutet, dass auch das Risiko von Thrombosen und Embolien bei Trägern der Gruppe 0 reduziert ist.

 

Kein Licht am Ende des Tunnels

Sicher scheint im Moment nur zu sein, dass der Lockdown kein Ende nimmt. Selbst im 5. Monat harten Lockdowns sollen nach den Vorstellungen von Frau Merkel und einigen Ministerpräsidenten  weitere 3 Wochen noch härteren Lockdowns folgen. Dafür habe ich keine Worte mehr, denn es wurde alles schon so oft gesagt. Ich sehe immer noch kein Licht am Ende des Tunnels, leider. Ich sehe ein Land, in dem vieles, was elementarer Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft ist, die eine Zukunft haben will, aus dem Ruder läuft. Von der Bildung über die Wirtschaft bis hin zu Grundrechten und persönlichen Freiheiten. Und ich sehe, dass die, die dafür die schlechtesten Lösungen anbieten, nämlich die Grünen, sich anschicken, die Führung in diesem Land zu übernehmen. Um es dann endgültig zugrunde zu richten. Für das, was dann kommt, erhalten wir seit Monaten einen Vorgeschmack. Bleiben Sie gesund! (jw)

Mehr Freiheit durch Impfungen: Auch ein leeres Versprechen?

Vielen Bürgern dürfte inzwischen klar sein, was die bislang verfügbaren Corona-Impfungen alles nicht können. Sie schützen nicht vor der Infektion, sie schützen nicht vor der Weitergabe der Infektion und sie schützen auch nicht vor der Erkrankung, jedenfalls nicht sicher. Sie bieten also nicht den Schutz, den man normalerweise von einer Impfung erwartet. Aus medizinischer Sicht bleibt, auch in der Argumentation der Qualitätsmedien, nur ein einziges Argument, das für die Impfung spricht. Nämlich das, dass die Impfung im Falle einer Erkrankung für einen weniger schweren Verlauf sorgen soll. Für Manche mag das, verbunden mit der Hoffnung, dass die Impfung ja vielleicht doch wenigstens ein bisschen auch vor Ansteckung schützt, schon genug sein, um unbedingt die Impfung haben zu wollen. Für diejenigen, die nicht zur einer Risikogruppe (hohes Alter, Vorerkrankungen) gehören und bei denen deshalb das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Falle einer Infektion extrem gering ist, ist das eine schwache Argumentation, wenn man im Gegenzug berücksichtigt, dass auch die Impfung selbst in seltenen Fällen zu schweren, sogar tödlichen, Nebenwirkungen führen kann. Die aber, ebenso wie schwere Krankheitsverläufe bei Patienten ohne Vorerkrankungen, sehr selten tatsächlich vorkommen. Was davon seltener oder häufiger ist, ob der schwere Krankheitsverlauf bei Menschen ohne Vorerkrankung oder die schwere Nebenwirkung nach einer Impfung, ist eine Frage, auf die ich bislang noch keine Antwort kenne.

Viele Menschen hoffen aber auf das, was ihnen seitens Politik und Medien versprochen wird. Nämlich dass es zu einer Normalisierung des Lebens kommen werde und sie ihre momentan eingeschränkten Freiheiten wieder zurückerlangen werden, wenn erst einmal möglichst viele Menschen geimpft sind, am besten alle. Sie hoffen auf einen (digitalen) Impfpass, mit dem sie all das wieder machen können, das ihnen momentan verwehrt ist.

Und nun bitte mal das Nachfolgende lesen und einen Moment nachdenken. Sonntag stieg die Inzidenz im Landkreis Schaumburg, meinem heimischen Landkreis, auf 64, nachdem sie am Vortag noch bei 38 gelegen hatte. Und hier kommt die offizielle Begründung: „Der am Sonntag angestiegene Inzidenzwert von 64,0 hängt nach Angaben des Landkreises mit einem Ausbruch in einem Altenheim in Eilsen zusammen. Die betroffenen Bewohner hätten nur schwache Symptome, sie waren bereits geimpft worden.“

Wumms! Alles klar? Die Impfung hat die Bewohner also nicht vor der Infektion und auch nicht vor der Erkrankung geschützt. Aber sie hatten dank der Impfung nur schwache Symptome.

So weit so gut? Nein! Denn was passiert mit dem Inzidenzwert? Der geht hoch, und zwar ganz egal, welche Art von Verlauf hinter einem positiven Test steht! Der geht auch dann hoch, wenn die positiv Getesteten überhaupt keine Symptome haben und somit nicht erkrankt sind. Und woran orientieren sich die Maßnahmen? An den Inzidenzwerten! Soweit klar? Ganz genau, die Impfung schützt nicht vor Infektion, nicht vor der Erkrankung, nicht vor positiven Tests und sorgt somit natürlich auch nicht dafür, dass die Inzidenzwerte dauerhaft so weit heruntergehen können, dass auf Basis der derzeit geltenden Kriterien eine Normalisierung des Lebens zu erwarten ist! Die Impfung kann das nicht leisten!

Folglich gibt es auch keinen vernünftigen Grund, warum Geimpfte oder Impfpass-Inhaber irgendwelche Freiheiten zurückerlangen sollten, die Nichtgeimpften weiterhin verwehrt werden. Denn auch die Geimpften sind weiterhin ein Risiko im Hinblick auf Ansteckung und Verbreitung von Corona sowie den Anstieg von Inzidenzwerten. So gesehen sitzen die Geimpften nach wie vor im gleichen Boot wie die Nichtgeimpften.

Solange sich die Corona-Strategie an willkürlich festgelegten Inzidenzwerten orientiert, wird man das Dilemma nicht lösen können. Wenn jetzt auch noch massenhafte Tests, auch von Gesunden ohne Symptome, gemacht werden, muss man damit rechnen, dass positive Testergebnisse und Inzidenzwerte durch die Decke gehen.

Man mag es natürlich politisch so festlegen, dass Geimpfte Freiheiten zurückbekommen. Medizinisch begründet und vernünftig wäre das aber nicht, wenn man grundsätzlich der Meinung ist, die Maßnahmen seien zur Eindämmung der Pandemie notwendig.

Was bleibt, jedenfalls im Moment, sind fragwürdige Maßnahmen, die keiner mehr versteht, allen voran ein fragwürdiger Lockdown, und die Beschäftigung der Bevölkerung mit Tests und Impfungen, die aber beide nicht geeignet sind, um zu einem Ende dieser Maßnahmen zu kommen, solange sie auf Basis vom Inzidenzwerten getroffen werden.

Wir brauchen einen Strategiewechsel, und zwar zügig. Vielleicht auch einen Zielwechsel. Dazu ist vielleicht die Erkenntnis Voraussetzung, dass die bisherige Strategie nicht funktioniert und die Zielsetzung nicht logisch ist. (jw)

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