Yougov: NUR ein Drittel der Deutschen wollen die Impfung auf jeden Fall!

Kaum etwas, außer der weiterhin alles beherrschenden Panikmache vor Corona, beschäftigt die Medienlandschaft derzeit so sehr wie die Impfung dagegen. Die spekulative Frage, wer sich impfen lassen will und wer nicht, scheint in diesen Tagen die dringlichste Frage überhaupt zu sein. Das ist für die meisten Befragten zwar ungefähr so, wie wenn man jemanden fragen würde, wie er denn sein Frühstücksei haben möchte, obwohl das Huhn das Ei noch gar nicht gelegt hat oder es in den nächsten 6-12 Monaten gar keine Eier zu kaufen gäbe. Aber egal.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov für die Deutsche Presseagentur (dpa) gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. 33 Prozent waren zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent entschieden sich gegen eine Impfung. 16 Prozent waren unentschlossen. Die Schlagzeile dazu: „Zwei Drittel der Deutschen wollen sich (gegen Corona) impfen lassen“ (etwa BILD oder Tagesspiegel). Äh, wenn 33 Prozent erst einmal die Nebenwirkungen bei anderen abwarten wollen, wollen die sich doch erst mal NICHT impfen lassen, oder? Man könnte also zu dieser Umfrage genauso gut titeln „Zwei Drittel der Deutschen wollen sich NICHT impfen lassen“. Aber das soll natürlich nicht die Botschaft sein. Von seriösem Journalismus solle man erwarten, dass er sich mit genau der Gruppe dieser 33 Prozent und ihren Bedenken genauer auseinandersetzt. Und Antworten liefert. Das sind nämlich Leute, die grundsätzlich keine Impfgegner oder -kritiker sind und grundsätzlich Impfungen eher positiv gegenüber stehen. Aber die sich nicht einfach so einen neuartigen Impfstoff verabreichen lassen wollen, der in rasender Geschwindigkeit unter Verzicht auf bisher übliche Zulassungsverfahren entwickelt wurde und von dem niemand weiß, auch der Hersteller nicht, wie er genau wirkt, ob er überhaupt vor der Erkrankung schützt und die Weitergabe der Infektion verhindert oder ob er am Ende allenfalls dazu geeignet ist, schwere Verläufe zu verhindern oder abzumildern. Letzteres wäre nicht nichts, aber verdammt wenig. Und, wenn man bedenkt, dass schwere Verläufe selten sind, für die große Mehrheit der zu Impfenden ein trügerische Sicherheit, die mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist, die in keinem optimalen Verhältnis zum Nutzen der Impfung stehen.

Vor diesem Hintergrund wird für mich der eingeschlagene Weg, möglichst viele Menschen so schnell wie möglich mit einem Impfstoff zu impfen, dessen Sicherheit und Wirksamkeit niemand garantieren kann, ein falscher! Man sollte das stoppen. Aber natürlich wird das nicht passieren. Denn jetzt geht es nicht mehr nur um die Gesundheit, sondern um immense Investitionen und um deren Verluste, die ein Verlassen des eingeschlagenen Weges zur Folge hätte.

In meinen Augen wäre ein sinnvoller Weg, diejenigen, die bereit sind, das Impfrisiko mit einem neuartigen, wenig getesteten Impfstoff, einzugehen und schnellstens geimpft werden wollen, zu impfen. Besonders die Risikogruppen. Jeder müsste dazu vor der Impfung noch einmal klar auf bekannte Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen werden, ebenso auf möglicherweise noch nicht bekannte Risiken. Bereits die Impfreaktionen sind bei vielen der mit dem neuen Impfstoff Geimpften heftig, besonders nach der 2. Impfung!

Aber für die große Masse der Bevölkerung dürfte der richtige und sinnvollere Weg ein anderer sein! Nämlich erstens die Entwicklung eines vernünftigen und effektiven Therapieschemas für den Fall eines schweren Krankheitsverlaufs, mit wirksamen Medikamenten. Es gibt da erfolgversprechende Ansätze für die Entwicklung neuer Medikamente und auch bereits in vielen Ländern Erfolge bei der Behandlung von Corona mit vorhandenen Medikamenten. Da sollte investiert werden! Gegen eine Krankheit, die nur bei sehr wenigen Menschen einen schweren Verlauf nimmt und die man dann gut behandeln kann, muss man nicht unbedingt impfen! Und zweitens das Abwarten, bis konventionelle Impfstoffe, die sich auch in der Entwicklung befinden, zur Verfügung stehen.

Diesen Druck aufzubauen und die Impfung gar mit der in Aussicht gestellten Wiedererlangung verlorengegangener Freiheiten oder der Beendigung eines Lockdowns zu koppeln, wäre nicht nur Erpressung der Bevölkerung, sondern das wäre auch völliger Unsinn. Denn wenn die Impfung die Infektion und deren Weitergabe nicht verhindert, womit derzeit gerechnet werden muss, stellt jeder Geimpfte für alle Anderen weiterhin dasselbe Risiko dar wie vor der Impfung. Nun könnte man ja noch argumentieren, dass eine Impfung, die zumindest die Geimpften vor einem schweren Verlauf schützt, die Wiedererlangung der entzogenen Freiheitsrechte rechtfertigt, wenn ALLE geimpft sind. Weil ja dann niemand mehr einen schweren Verlauf haben kann. Das ist aber nicht realistisch. Es wird niemals die gesamte Bevölkerung geimpft sein. Jedenfalls nicht vor Ablauf von 2 Jahren. Und selbst dann blieben ein paar Millionen zurück, die aus irgendwelchen Gründen nicht geimpft werden können. Hieße also, dass das Risiko für die bestehen bliebe. Nun meine Fragen: Wenn beispielsweise 70 Prozent der Bevölkerung geimpft wären, was schon viel wäre, mit einem Impfstoff, der nur sie selbst vor einem schweren Verlauf schützt, könnte man dann den Lockdown beenden und den Bürgern alle Freiheiten zurückgeben? Was ist dann mit den 30 Prozent der Nicht-Geimpften? Opfert man die dann, weil sie ja selber Schuld sind, auch wenn es zum Teil eben auch Menschen wären, die grundsätzlich keine Impfungen erhalten dürfen? Und wo wäre hinsichtlich Ethik, Moral und der Todesrate der Unterschied zu der Alternative, die auf keinen Fall in Frage kam? Nämlich die Krankheit mit moderaten Maßnahmen und ohne Lockdown einfach ihren Verlauf nehmen zu lassen und weiter normal zu leben. Ich frage das jetzt nur, weil es mir nicht gelingt, die Logik hinter dem Handeln der Regierung zu entdecken, wenn ich nicht verschwörungstheoretisch werden will. Und das will ich nicht. (jw)

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Ich habe die Welle gefunden!

Ja, ich habe sie wirklich gefunden, die Welle bei den Sterbefällen. Und das ist doch die Welle, auf die es ankommt, oder? Nicht auf eine Welle von Infektionen oder eine Welle leichter Erkrankungen.

Es gab die Welle. Nur nicht in Deutschland. Aber in Frankreich und auch in Schweden. So ehrlich soll man sein.

Die brandaktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes zu den Sterbefällen in Deutschland 2016-2020 haben mich veranlasst, nach ähnlichen Zahlen für andere Länder zu suchen. Gab es da eine Welle? Eigenrecherche, nicht journalistisch aufbereitete Zahlen. Und da habe ich doch in der Tat bei Eurostat solche Tabellen gefunden. Dort sind alle Sterbefälle aller europäischen Staaten der letzten 20 Jahre nach Kalenderwochen aufgelistet, vom Jahr 2000 bis aktuell zur 34. KW 2020. Eine riesige Datenbank, frei zugänglich. Da kann jeder reinschauen.

Nun möchte ich daraus keine Doktorarbeit machen und habe mich daher auf Deutschland, Frankreich und Schweden beschränkt. Vielleicht wären Italien und Spanien noch interessant, dort gerade auch der Vergleich mit den Vorjahren. Vielleicht mache ich das nochmal. Für den Moment genügt mir der nachfolgend angestellte Vergleich, denn ich habe die Welle ja gefunden.

Ich habe die Sterbefälle in Deutschland (D), Frankreich (F) und Schweden (SE) für jeweils die 1. – 34. KW der Jahre 2020, 2018 und 2017 verglichen. Dazu habe ich 3 Grafiken angefügt. Für Schweden gibt es jeweils 2 Kurven.
Wir sehen für Deutschland keine Welle. Es sieht ähnlich wie in den beiden untersuchten Vorjahren aus.
Wir sehen für Frankreich im Jahr 2020 eine Welle von der 12. – 17. KW, also vom 16.03. – 26.04.2020.
Wir sehen für Schweden, wenn man die realen Zahlen aufträgt und mit D und F vergleicht, im Jahr 2020 keine Welle, sondern eine den Vorjahren vergleichbare Kurve auf niedrigem Niveau.
Wenn man aber die Sterbezahlen für Schweden um den Faktor 10 erhöht und so den Maßstab für Schweden an F und D angleicht, sieht man auf einmal sehr wohl eine Welle. Nämlich von der 14.- 20. KW, also vom 30.03. – 17.05.2020.

Ich bin für die Jahre 2018 und 2017 genauso vorgegangen. Die graue Kurve ist immer Schweden, um den Faktor 10 aufgezogen. Wir sehen, dass die Verläufe für D, F und SE 10-fach 2017 und 2018 sehr ähnlich sind und offenbar vergleichbaren Einflüssen unterliegen. Für D bleibt der Verlauf ähnlich der Vorjahre. Aber bei F und SE sehen wir die Welle.

Das muss man zugeben, das ist nicht Nichts! Doch jetzt kommt das Aber:

Aber es gibt, wenn man den Gesamtzeitraum betrachtet, in 2020 nicht viel mehr Sterbefälle als in den Vorjahren. In allen 3 Ländern nicht. Ich habe dazu eine 4. Grafik gemacht. Da sehen wir die Sterbefälle in D, F und SE für 2020, 2018 und 2017 für den Gesamtzeitraum 1. – 34. KW. Das ist schon ein ganz guter Vergleich, weil wir jeweils 8 Monate vergleichen und die Zahlen für 2020 sehr aktuell sind.

Was bedeutet das nun? In Deutschland gab es bislang keine Welle, weshalb es völliger Unsinn ist, von einer 2. Welle zu reden, auf die man warte oder die bereits begonnen habe. In Frankreich und Schweden gab es eine erste Welle in einem Zeitraum von 6 bis 7 Wochen. Über den Gesamtzeitraum der ersten 8 Monate des Jahres gab es aber auch in Frankreich und Schweden nicht so sehr viel mehr Sterbefälle als in den Vorjahren. In Frankreich waren es 17.382 mehr als beispielsweise im Jahr 2018. In Schweden waren es 2.774 mehr als im Jahr 2018. Das klingt als absolute Zahl nach sehr viel. Das ist in Relation zu den gesamten Sterbefällen der letzten Jahre wenig und in Relation zur Größe der Gesamtbevölkerung sehr, sehr wenig. In Frankreich und Schweden haben wir in Relation zu 2018 etwa 4,2 Prozent mehr Sterbefälle.  Nehmen wir an, diese seien durch Corona bedingt. Dann wären das 0,02682 Prozent der französischen (64,82 Mio.) Bevölkerung bzw. 0,02688 Prozent der schwedischen (10,32 Mio.) Bevölkerung.

Das ist eine solide Datenbasis. Sie ist nicht geschönt und das Jahr 2019 habe ich nicht herausgelassen, weil es da etwas zu sehen gäbe, was nicht passt. Ich habe erst 2017 genommen, dann 2018 und dann reichte es mir.

Was bedeutet das nun? Ja, da kommt dann jetzt wieder die große Frage. Waren und sind die Corona-Maßnahmen in Deutschland verhältnismäßig, gut und richtig, Ja oder Nein? Dass sie nicht richtig waren, weiß inzwischen jeder, denn das gibt selbst Herr Spahn zu. So what? Sind doch nur ein paar Selbständige, Restaurantbesitzer und so, die es kalt erwischt hat und deren Leben jetzt zerstört ist, oder? Sind doch nur ein paar Angehörige des Mittelstandes, deren Pleite sich dann erst im nächsten Jahr nicht mehr vermeiden lässt, oder? Vorher gibt es Helikopter-Geld. Wenn es also nicht richtig war und der Bundesgesundheitsminister das zugibt und selbstverständlich hinzufügt, dass er das seinerzeit nicht besser wissen konnte. Warum sollte es dann heute und morgen richtig sein, wo man doch nun diese Zahlen hat, die wirklich nicht lügen?

Hören wir endlich auf mit dem Corona-Wahn. Orientieren wir uns an Schweden. Vergessen wir den Unsinn mit der Impfung. Hören wir auf mit immer wahnsinnigeren Maßnahmen und Perfektionierungen von Maßnahmen in einem Land, in dem es keine Welle gab. (jw)

Sterberaten in Deutschland 2016-2020: Wo ist die Welle?

Das statistische Bundesamt hat eine hochinteressante Publikation herausgebracht, die die Sterbefälle ab dem 01.01.2016 bis einschließlich 31.07.2020 auflistet. Hier kann man sehr gut das jeweils erste Halbjahr (01. Januar bis 30. Juni) 2020 mit den ersten Halbjahren der letzten 4 Jahre vergleichen.

Doch wo ist Corona? Wo ist die sogenannte erste Welle hier abgebildet? Die Antwort überrascht eigentlich nicht mehr. Es gibt sie nicht, jedenfalls nicht hinsichtlich der Sterberate. Aber wo ist die Welle dann und welche Rolle spielt sie eigentlich, wenn es hierzulande gar nicht mehr Sterbefälle gibt als in den Vorjahren?

Corona-Wellen mag es geben oder gegeben haben, aber es sind wohl eher Wellen festgestellter Infektionen, abhängig von der Zahl durchgeführter Testungen mit einem umstrittenen Test, nicht Wellen von Erkrankungen und – hiermit bewiesen – erst recht nicht Wellen von mehr Sterbefällen.

Corona-Wellen sind Wellen zunehmender und medial geschürter Ängste, vor der Infektion mit einem Virus, das in den allermeisten Fällen nicht krank macht oder zu sehr milden Krankheitssymptomen führt, die den allgemeinen Gesundheitszustand kaum beeinträchtigen. Und das in sehr wenigen Fällen zu schweren Verläufen führt oder, noch seltener, sogar zum Tod führt. Wie andere Viren, die es schon immer gab, auch.

Schweden hat gezeigt, dass es mit seinem Weg ohne nennenswerten Lockdown und ohne Maskenpflicht alles richtig gemacht hat.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, eine Krankheit, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt kaum existiert (Infektionen sind noch keine Krankheit), weiter mit völlig unverhältnismäßigen Mitteln zu bekämpfen. Und vor allem gibt es keinen vernünftigen Grund, weiterhin fieberhaft an der Entwicklung irgendwelcher Impfungen gegen Corona zu arbeiten. Gegen eine Krankheit, die sich so verhält wie Corona in Deutschland, muss man nicht impfen. Aber dennoch werden Milliarden darin investiert und weiterhin Produktionskapazitäten für einen Impfstoff hochgezogen, der bis heute nicht einmal in einer nachgewiesen wirksamen und sicheren Form existiert. Es geht hier immer mehr um Geld, um auf dem Spiel stehende Investitionen und um einträgliche Karrieren, wenn man denn die Wahrheit sagen würde. Und immer weniger um die Gesundheit der Menschen in Deutschland. Wenn Corona ein harmloses Virus wäre, was ich hiermit ausdrücklich nicht gesagt haben will und was ich auch nicht glaube, könnte man das, nach all den Maßnahmen und ihren Konsequenzen für die Wirtschaft, denn überhaupt noch zugeben? Wohl nicht.

Hier übrigens der Link zur 262-seitigen Sonderauswertung des statistischen Bundesamtes zu den Sterbefällen von 2016-2020:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html

Donald Trump: Er wird es wieder und das ist gut so!

In einer Welt, in der Regierungen die Interessen der Bürger mit Füßen treten und deren individuelle Freiheiten immer mehr einschränken, zugunsten realitätsferner Vorstellungen von einer offenen Gesellschaft in einer Welt ohne Grenzen und ohne nationalstaatliche Beschränkungen, aber natürlich nicht ohne strippenziehende Eliten, erscheint Donald Trump schon fast wie das letzte Bollwerk, der letzte Hoffnungsträger freiheitlich denkender Menschen gegen diese Auswüchse des Globalismus. Und die USA scheinen, im Gegensatz zu Deutschland, ein Land zu sein, in dem patriotische Positionen immer noch mehrheitsfähig sind. In dem immer noch eine Mehrheit denkt: „Unser Land zuerst!“.

Eines ist klar und das ist auch der Grund, warum sich die Vertreter unserer Regierungsparteien so sehr wünschen, dass Joe Biden der nächste Präsident wird. Biden, so wenig er alters- und konzentrationsbedingt für das Amt geeignet sein mag, steht für all das, für das auch schon Obama und die Clintons standen und für das in Deutschland die Merkel-Regierung steht. Weltweite Einmischung in Angelegenheiten anderer Länder, von Afghanistan, Afrika und Syrien bis hin zur Unterstützung von Oppositionellen in Ländern wie der Ukraine oder jetzt Belarus gegen Russland. Weltweites Führen von Kriegen, immer unter humanitären Vorwänden. Wird Trump wiedergewählt, werden diese Leute noch einmal 4 Jahre ausgebremst. Etwas Besseres kann aus meiner Sicht gar nicht passieren.

Nie zuvor ist ein amerikanischer Präsident so sehr von der weltweiten Presse, auch der amerikanischen Presse, so respektlos behandelt, offen kritisiert, beleidigt und immer wieder lächerlich gemacht worden wie Donald Trump. Das war vor Trump nicht vorstellbar. Dazu mag er seinen Teil beigetragen haben und in das eine oder andere Fettnäpfchen getappt sein. Er mag Dinge gesagt oder getan haben, die auch mir nicht immer gefielen. Man muss ihn nicht mögen. Aber wo ist die Alternative? Trump ist der einzige Kandidat, der sich den scheinbar kaum aufzuhaltenden Auswüchsen der Globalisierung vehement widersetzt und sich zuerst für sein Land einsetzt. Das kann man von einer Kanzlerin Merkel nicht gerade behaupten, sondern das Gegenteil ist der Fall. Und so ist die Wahl zwischen Trump und Joe Biden keine Personenwahl, sondern eine Wahl, wie gut, wie frei und mit wem man als Amerikaner in Zukunft in Amerika leben möchte. Oder eben wie gerne man Teil einer globalisierten Welt sein möchte, in der einem in orwellschem Stil vorgegeben wird, was richtig und falsch ist, was man gut zu finden hat und was nicht.

Es ist gar nicht die Frage, ob man für oder gegen Trump ist. Die Frage ist, was der Welt blüht, wenn es nicht Trump wird. Die Fortsetzung der clintonschen und obamaschen Politik und eine Gefährdung des Friedens mit Russland in Europa. Es mag für den Einen oder Anderen paradox klingen. Aber der Präsident des Friedens und der militärischen Nichteinmischung ist Trump. Seine Vorgänger waren es nicht und bei einem Biden muss man damit rechnen, dass er an diese anknüpft. Trump will sich auf sein Land konzentrieren, weitere Truppen aus Europa und Deutschland nach Hause holen. Sein designierter Botschafter in Berlin, Douglas Macgregor, lässt daran wenig Zweifel. Er hat den Präsidenten immer wieder dafür gelobt, US-Truppen aus Afghanistan und Syrien abziehen zu wollen. Seine Haltung zur Asyl- und Einwanderungspolitik der Merkel-Regierung ist ebenso eindeutig wie die von Trump selbst.

Und so ist es mir in diesen Tagen, in denen das Corona-Virus und die Corona-Maßnahmen immer noch unser Leben dominieren, eine diebische Freude, zu sehen, wie Donald Trump sich anschickt, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden und wie sich unsere Qualitätsmedien darüber aufregen. Besonders wenn die Autoren offenkundig dieselben sind, die sonst immer durch ihre Lobeshymnen auf die alternativlose Politik von Merkel & Co. und durch ständige Hetze gegen ihre Gegner auffallen. Denen gönne ich es besonders, dass sie abermals zusehen müssen werden, wie Trump es wieder wird. Und wenn sie sich die Finger wund schreiben. (jw)

Corona-Konzepte an Schaumburgs Schulen: Lüften bis der Arzt kommt?

In Niedersachsen soll mit Beginn des neuen Schuljahres wieder ein weitgehend normaler Schulbetrieb stattfinden. Damit das möglich ist, hat man sich im niedersächsischen Kultusministerium und an den Schulen Gedanken gemacht, wie man das Risiko für Schüler und Lehrkräfte, sich mit dem Corona-Virus Covid-19 zu infizieren, so weit wie möglich reduzieren kann. Herausgekommen sind Konzepte, die  auf den vom Kultusministerium erdachten Vorgaben basieren, aber dann doch regional etwas unterschiedlich sind. Das ist toll! Es ist toll, dass die Schüler endlich wieder in den Schulen lernen dürfen sollen. Und das auch noch an jedem Wochentag! Es ist toll, dass die Verantwortlichen sich so viele Gedanken gemacht haben, wie sie das Corona-Risiko ganz klein machen können, so dass alle Lehrer und Schüler sich sicher fühlen können. Es ist nicht so toll, wenn es Schulen dann doch nicht schaffen, mit ihrem individuell angepassten Konzept ein vernünftiges Maß hinzubekommen, zwischen den Maßnahmen zum Schutz vor Corona und den durch diese Maßnahmen verursachten Nachteilen und Risiken.

In den Schulen meiner beiden Kinder gehen den für die dort geltenden Corona-Konzepte Verantwortlichen offenbar die Mindest-Anforderungen des Kultusministeriums nicht weit genug. Da wird nämlich gesagt, es solle mindestens alle 45 Minuten eine Stoßlüftung erfolgen, besser noch öfter. Alle 45 Minuten eine Stoßlüftung klingt ganz vernünftig und wenn das die Vorgabe des Ministeriums ist, muss man die erfüllen. Mehr nicht. Was bedeutet Stoßlüftung, alle 45 Minuten? Das bedeutet, nach jeder Schulstunde einmal kurz für mindestens 5-Minuten alle Fenster weit zu öffnen und dann wieder zu schließen. Weil nach fast jeder Schulstunde sowieso eine kleine Pause (5 Minuten) oder eine große Pause erfolgt, könnte man also einfach in den Pausen lüften. Damit sollte niemand ein Problem haben. Manchen für die Schaumburger Schulen Verantwortlichen reicht das aber offenbar nicht. An den Schulen meiner beiden Kinder hat das dazu geführt, dass die Klassen nunmehr den ganzen Tag gelüftet werden, was bedeutet, dass Fenster und Türen während des gesamten Unterrichts offen bleiben. Ungeachtet der Wetterlage will man das wohl so beibehalten. Nun, im Moment sind die Außentemperaturen noch moderat. Bei meiner Tochter kommen nur die derzeit allgegenwärtigen Wespen gerne mal in den Unterricht. Aber so langsam wird es draußen kühler und der permanente Durchzug ist definitiv ein gesundheitliches Risiko. Da gibt es dann schnell auch mal eine Halsentzündung, einen Schnupfen oder Schlimmeres. Mit einer exponentiell höheren Wahrscheinlichkeit als sich im Unterricht mit Corona zu infizieren in einer Stadt, in der es 0 (in Worten: Null) registrierte Corona-Infektionen gibt. Denn Zugluft kann Schleimhäute austrocknen und anfällig für Viren machen. Wenn dann aber doch der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass sich Corona-Viren in einen Klassenraum verirren, auf welchem Weg auch immer, wären die Schüler und Lehrer mit ihren durch Zugluft geschädigten Schleimhäuten, wo der Erstkontakt mit den Viren stattfindet, weniger gut geschützt als mit intakten Schleimhäuten. Sie würden sich dann schlimmstenfalls gerade deshalb infizieren, weil die ganze Zeit gelüftet wurde.

Stoßlüften ist gut, in jedem Fall ausreichend und schützt die Gesundheit besser als Dauerlüften, auch vor Corona!

Andere Nachteile, die das Dauerlüften und Öffnen aller Klassentüren mit sich bringen, sind vielleicht weniger gesundheitlicher Natur, aber doch für die Konzentration im Unterricht sicher nicht wirklich förderlich. Geräusche aus anderen Klassenräumen, Lärm von draußen. Wäre es nur das, könnte man damit vielleicht eher leben. Doch das wichtigste Argument gegen Dauerlüften ist die Gesundheit.

Wer die Gesundheit schützen will, indem er die Gesundheit gefährdet, macht es, ohne es zu wollen, nicht besser als der, der den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will!

Kommen wir doch bitte alle wieder zur Vernunft. Die Corona-Konzepte der Schulen sind in weiten Teilen gut durchdacht und richtig, denn es ist wichtig, dass sich auch die Ängstlichen und Übervorsichtigen sicher fühlen. Doch in Bezug auf das Lüften sind die Konzepte an unseren Schulen hier in Rinteln nicht gut, sogar unbeabsichtigt gefährlich. Es wäre vernünftig, das nachzubessern und das Lüften auf Stoßlüften in den Pausen zu beschränken.

Der gemachte Rechtsextremismus

Die Messlatte in der Extremismus-Debatte wurde in den letzten Jahren gehörig verschoben. Diesen Vorwurf muss man den Qualitätsmedien und den politischen Gegnern der AfD machen. Sie verwischen die Grenzen zwischen rechts und rechtsextrem. Was noch vor 20 Jahren rechts war, was noch vor 30 Jahren Mehrheitsmeinung der bürgerlichen Mitte war, wird heute als rechtsextrem oder rechtsradikal bezeichnet.

Nehmen wir beispielhaft einige Aussagen unseres ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt (SPD). In meinen Augen einer der Besten, die das Land je hatte. Schmidt sagte 2004 im Hamburger Abendblatt: „Es war ein Fehler, dass wir zu Beginn der sechziger Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten.“ Und: „Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen.“ 2005 sagte er im Fokus: „Ich glaube, dass wir uns übernommen haben mit der Zuwanderung von Menschen aus völlig anderen kulturellen Welten. Sieben Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung.“ Und 2008 schrieb er in seinem Buch „Außer Dienst“: „ Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“ 2012 sagte Schmidt in der Sendung „Maischberger“, dass er diese Aussagen weiterhin für vernünftig halte und sie heute ähnlich wiederholen würde.

Ich denke, die Politik, einschließlich und allen voran die SPD, sowie die meisten Qualitätsmedien würden diese Aussagen heute als rechtsextrem oder rechtsradikal bezeichnen und jemanden, der solches sagt, als Rechtsextremisten. Der Verfassungsschutz würde jemanden, der politisch aktiv ist und öffentlich das sagt, was Schmidt sagte, womöglich beobachten. Würde er? Oder nicht? Dann sollte man auch das klar sagen und dem Bürger eine Orientierung geben. Und selbst jemand, der solche Aussagen nur rezitiert und in Umlauf bringt, muss, wenn er nicht gerade anerkannter Journalist der Qualitätsmedien und damit absolut unverdächtig ist, solches Gedankengut womöglich selbst zu teilen, befürchten, selbst unter Extremismus-Verdacht zu geraten.

Ich habe extra diese Aussagen zu diesem Thema gewählt, weil es da besonders deutlich wird und wir alle an uns feststellen können, wie sich das Wertegefüge in den letzten Jahren gewandelt hat. Jeder weiß, dass Aussagen, die kritisch gegenüber Zuwanderung und Multikulti sind, vielleicht sogar als kritisch gegenüber dem Islam (miss-)verstanden werden können, in Deutschland heute als rechtsextrem oder rechtsradikal gelten. Ich habe diese Aussagen, die ich inhaltlich teile, nicht gewählt, weil mir dieses Thema gerade jetzt persönlich besonders am Herzen läge oder weil ich irgendeinem Menschen das Grundrecht absprechen wollte, einer Religion seiner Wahl anzugehören. Sondern nur, weil sie so gut belegen, dass heute als rechtsextrem gilt, was noch vor vielleicht 20 Jahren Mehrheitsmeinung der bürgerlichen Mitte gewesen sein dürfte und noch vor wenigen Jahren zumindest zulässiger politischer Diskurs.

Jetzt kommt der Punkt. Wenn heute rechtsextrem oder -radikal ist, was vor noch gar nicht so langer Zeit vielleicht als konservativ galt und wenn heute diejenigen, die bislang als Konservative galten, als Rechtsextremisten bezeichnet werden, dann hat man sie gemeinsam mit denen in eine Schublade gesteckt, die sich darin auch vor 30 Jahren schon völlig zu Recht befanden. Man hat Konservative, Konservativ-Liberale und Nationalkonservative mit denjenigen in eine Schublade gesteckt, die auch nach früheren Wertemaßstäben schon immer rechtsextrem waren. Mit völkischen Nationalisten, sozialen Nationalisten und Neonazis. Man hat Bürger, die sich früher zum Teil von Parteien wie CDU (vor Merkel), FDP oder sogar SPD (siehe Helmut Schmidt) vertreten fühlten mit denjenigen in eine Schublade gesteckt, deren Herz früher für Parteien wie NPD oder DVU oder für Organisationen wie die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) schlug, zu deren großer Freude. Sie haben dadurch nämlich die Solidarität und Unterstützung in einem in der Bundesrepublik zuvor nicht dagewesenen Ausmaß bekommen. Von Menschen, die weder früher rechtsextrem waren und es nach den noch vor wenigen Jahren geltenden Maßstäben auch heute nicht sind. Von Menschen, die konservativ waren und geblieben sind, die aber jetzt trotzdem eine Wagenburg bauen gemeinsam mit denen und um die herum, die schon immer als Extremisten galten. Weil sie, völlig zu Recht, nicht verstehen können, dass ihre konservative Meinung, ihr Weltbild, plötzlich rechtsextrem sein soll. Und weil sie annehmen, dass Leute wie Herr Kalbitz, der schon immer ein Rechtsextremist war, genauso zu Unrecht als solcher bezeichnet wird wie sie selbst. Viele können das nicht differenzieren und identifizieren sich, aus Uninformiertheit oder aufgrund des ständigen Bezugs einseitiger Informationen innerhalb einer Blase, mit Leuten, die wirklich Extremisten sind und es schon immer waren. Man kann nicht erwarten, dass jeder, nur weil er Mitglied einer politischen Partei ist, über ein umfassendes politisches und historisches Wissen verfügt und stets auf der Suche nach einer unabhängigen Meinungsbildung ist. Man kann aber verstehen, dass jemand, der sich selbst als Rechtsextremisten diffamiert sieht, jedoch nach früheren Maßstäben konservativ ist, mit denen solidarisiert, denen der gleiche Vorwurf gemacht wird wie ihm selbst. Aus diesem Grund mag es ja sein, dass 8000 Mitglieder der AfD dem Flügel zugeneigt sind, aber aus demselben Grund sind sie auch nicht alle rechtsextrem nach früheren Maßstäben.

Diese neue Messlatte, das Verschieben des Wertegefüges, haben die Qualitätsmedien und die politischen Gegner der AfD gemeinsam geschaffen, etwa durch ihr Wording. Durch die inflationäre Verwendung der Begriffe „rechtsextrem“ und „rechtsradikal“.

Es wird Zeit, dass diese Medien sich endlich auf ihre journalistische Neutralitätspflicht, die es für Einige ja gar nicht gibt, besinnen und damit aufhören, alles als rechtsextrem oder -radikal zu bezeichnen oder in diese Nähe zu rücken, was in ihr eigenes Weltbild oder in das, das zu vermitteln sie genötigt werden, nicht passt. Es wäre eine journalistische Aufgabe in diesem Sinne, sogar ein Dienst am eigenen Land, den Menschen in Deutschland endlich einmal, unter Nutzung der gesamten Bandbreite medialer Möglichkeiten, zu erklären, warum Rechtsextremismus nicht gleich Rechtsextremismus ist und die Messlatte neu zu definieren. Holt die Leute wieder aus der Schublade raus, die Ihr da hineingesteckt habt und lasst die drin, die schon früher darin waren. Ändert Euer Wording. Sprecht nicht von rechtsextrem oder -radikal, wenn Ihr konservativ meint. Nennt rechts, was rechts ist, lasst die Zusätze „extrem“ oder „radikal“ weg und verwendet sie dann, wenn es gerechtfertigt ist. Rechts ist okay. Ihr müsst es nicht teilen, aber es ist okay. Rechtsextrem, was immer schon rechtsextrem war, ist nicht okay. Antisemitismus ist nicht okay. Rassismus ist nicht okay. Aber auch da gibt es ja Definitionsprobleme, über die man eigene Artikel schreiben könnte. Gebt denen, die nicht wirklich Extremisten sind, eine Chance.

Es wird auch Zeit, dass die politischen Gegner der AfD sich dazu bekennen, Demokraten zu sein und danach zu handeln. Was bedeutet, auch Meinungen zuzulassen, die früher sogar in ihren eigenen Parteien gelebt wurden. Wenn der Ausweis dafür, Demokrat zu sein, darin besteht, andere als Anti-Demokraten zu bezeichnen und sie aus dem politischen Diskurs auszuschließen, genügt das sicher nicht.

Ich will die Qualitätsmedien und den politischen Gegner nicht allein für den Aufstieg des „Flügels“ in der AfD verantwortlich machen, der ja letztlich Ausdruck dieser Entwicklung ist. Ohne Björn Höcke, Andreas Kalbitz und ein paar Händen voll weiterer Rechtsextremisten wäre das nicht passiert. Die haben mit ihrer „Erfurter Resolution“, die inhaltlich gar nicht rechtsextrem war, ein trojanisches Pferd zur Sammlung von Mitgliedern für den entstehenden Flügel geschaffen (weshalb es auch völliger Unsinn ist, auf Basis der Resolution feststellen zu wollen, wer dem Flügel angehört(e) oder nahesteht). Auch das IfS in Schnellroda, das Compact-Magazin oder zahlreiche Gruppen in den sozialen Medien haben sicher ihren Anteil an der unseligen Entwicklung in der AfD. Aber die Wasserträger und Bewahrer dieser ganzen Entwicklung sind Medien und politische Gegner, weil sie durch ihr Schreiben und Reden eine Wagenburg erzeugt haben, innerhalb der nicht mehr differenziert wird. Auch die, die Teil davon sind, können nicht mehr oder zumindest oft schwer differenzieren. „Einig, einig, einig!“, das ist der Schlachtruf derer, die man da hineingezwungen hat und nicht wieder herauslassen will.

Ich habe das Patentrezept nicht, wie man das lösen will und ich fürchte auch, dass diejenigen außerhalb der AfD, die dazu beitragen könnten, es zu lösen, es nicht lösen wollen. Ich möchte enden mit einem Satz, der auch von Helmut Schmidt stammt (bei Phoenix, 2006): „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“ (jw)

Schaumburg: Kreistag entmachtet sich selbst

Im Landkreis Schaumburg fand gestern eine denkwürdige Sitzung des Kreistages statt. Um einen ausreichenden Abstand zwischen den Abgeordneten einhalten zu können, fand die Sitzung nicht im großen Saal des Kreishauses, sondern in der Aula des Stadthäger Ratsgymnasiums statt. Zudem erhielten alle Anwesenden am Eingang einen Mundschutz. So weit, so gut.

Zur Beschaffung von Schutzausrüstung hatten der Landrat und die stellvertretende Landrätin bereits im Eilverfahren 350.000 Euro zur Verfügung gestellt. Für die Sitzung war beantragt, diesen Betrag um weitere 750.000 Euro zu erhöhen, auf insgesamt 1,1 Millionen. Aufgrund der Entwicklung der Lage und der Marktpreise für Schutzausrüstung wurde in der Sitzung beantragt, diesen Betrag nochmals um 2 Millionen Euro zu erhöhen. Dem Antrag stimmten alle Abgeordneten zu.

Sodann beschloss der Kreistag dann allerdings mit nur 4 Gegenstimmen, nämlich denen der AfD, gleich bis zum 30.11.2020 keine Kreistagssitzung und keine Ausschusssitzung mehr stattfinden zu lassen sowie die Zuständigkeiten von Kreistag und Ausschüssen bis dahin auf den Kreisausschuss (=Verwaltungsausschuss) zu übertragen. Hier könne schneller entschieden werden, die Verwaltung werde entlastet, weil sie keine Ausschuss- und Kreistagssitzungen vorbereiten müsse und im Sinne des Infektionsschutzes sei es sinnvoll, nur dringend notwendige Sitzungen stattfinden zu lassen. Im Kreishaus sei es auch schlecht möglich, die erforderlichen Abstände bei Sitzungen mit vielen Teilnehmern einzuhalten und im Ratsgymnasium beginne ja in der kommenden Woche wieder der Unterricht, wodurch diese Räumlichkeit dann nicht mehr zur Verfügung stehe. Eine Ausnahme gibt es. Sie betrifft den Grundstücksverkehrsausschuss, der seine Zuständigkeit aus rechtlichen Gründen nicht einfach auf den Kreisausschuss übertragen kann.

Nun, was die Ausschusssitzungen angeht, ist das blanker Unsinn, denn die könnte man sehr wohl im großen Saal des Kreishauses unter Wahrung eines ausreichenden Abstandes stattfinden lassen. Das habe ich auch in der Sitzung gesagt, aber die Damen und Herren der Konsensparteien wollten scheinbar lieber auf Nummer sicher gehen. Was die Kreistagssitzung angeht, so ist das mit dem Abstand im großen Saal des Kreishauses schon schwieriger, es geht aber auch nur um 2 Kreistagssitzungen, nämlich die im Juni und im September. Man möchte erst mit der regulär für Dezember geplanten Kreistagssitzung wieder starten. Also noch eine Sitzung in diesem Jahr, das im Dezember und wir haben jetzt Mitte April.

Was man vielleicht noch sagen sollte, ist, dass der eigentliche Antrag dazu vorsah, die Sitzungen von Kreistag und Ausschüssen bis zum 31.08.2020 auszusetzen. Das wäre vielleicht noch ein erträglicher Zeitraum gewesen, da darin die Sommerpause enthalten ist. Dann kam aber aus der Fraktion der Grünen der Vorschlag, das doch gleich bis zum 31.12. zu verlängern und nach weiteren Vorschlägen wurde dann über das Datum 30.11. abgestimmt, damit wenigstens noch eine Kreistagssitzung in diesem Jahr stattfindet.

De facto hat sich der Kreistag damit, zunächst bis Ende November, selbst entmachtet. Auch wenn man sich aus der Mitte der Kreisdezernenten sogleich bemühte, festzustellen, dass dies keine Entmachtung sei und bei besonderer Dringlichkeit auch durchaus eine Ausschusssitzung einberufen werden könne.

Was man sich als einfacher Kreistagsabgeordneter da so fragt, ist, wie beschränkt oder wie überflüssig die eigene Mitwirkungsmöglichkeit an Entscheidungsprozessen überhaupt ist, wo man doch von den Bürgern in dieses Mandat gewählt wurde, um deren Interessen zu vertreten. Wenn gerade in Krisensituationen, in denen besonders wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, die Mitwirkungsmöglichkeit des einzelnen Abgeordneten weitestgehend ausgehebelt wird. Was ich mich frage, ist auch, warum sich die Abgeordneten anderer Fraktionen solche Fragen offenbar überhaupt nicht stellen. Sind sie so sehr daran gewöhnt, Teil eines Schauspiels zu sein, das in der Regel 4-mal im Jahr im Kreistag für die Öffentlichkeit bzw. die Presse aufgeführt wird und das man, wenn es wirklich wichtig wird, auch mal eben für mehr als ein halbes Jahr aussetzen kann? Oder gibt es im Landkreis Schaumburg, solange wir die Corona-Krise haben, im den nächsten Monaten nichts zu entscheiden? Haben wir jetzt über ein halbes Jahr Stillstand in fast allen anderen Bereichen? Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man so einfach demokratische Verfahrensweisen außer Kraft setzen kann. Warum wählen wir dann überhaupt einen Kreistag mit 55 Mitgliedern und nicht gleich nur einen Kreisausschuss mit nur 12 Mitgliedern, der die Verwaltung berät? Das wäre doch viel billiger. Wozu werden Volksvertreter gewählt? Damit sie sich wegducken, wenn es mal schwierig wird? Dann kann man es doch auch lassen.

Dass man am Rande auch noch beschlossen hat, dass öffentliche Bekanntmachungen und Allgemeinverfügungen künftig sofort Rechtskraft erlangen, sobald sie ins Internet eingestellt werden und nicht mehr erst nach einer Veröffentlichung in der Zeitung, ist da nur noch eine Randnotiz.

Ich bin jetzt jedenfalls erst mal bis Ende November unfreiwillig als Kreistagsabgeordneter beurlaubt, wenn man so will. (jw)

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Formel Corona

Ich würde gerne einmal versuchen, das Thema Gesundheitswesen und Corona für Deutschland in einem Gleichnis darzustellen. Vielleicht komme ich darauf, weil ich selbst so ein alter Motorsport-Fan bin, der früher jedes Jahr zu einem Formel-1-Rennen gefahren oder geflogen ist.

Wenn man sich die Zahlen zu Corona anschaut, liegt der Schluss nahe, dass wir, trotz der Industrialisierung und Privatisierung der Medizin in den letzten Jahren, ein deutlich besseres und leistungsfähigeres Gesundheitswesen haben als fast alle anderen europäischen Länder. Sogar als fast alle anderen Länder weltweit.

Übertragen wir das mal auf den Motorsport, zum Beispiel die Formel 1. Das Ziel ist, ein besonderes Rennen zu gewinnen. Einen Wettkampf. Den Wettkampf gegen Corona. Im Ziel angekommen zu sein, bedeutet, dass wir alle sagen können: „Wir haben es überstanden. Es geht uns gut. Die Wirtschaft ist gesund. Wir haben eine gute Perspektive.“

Wir, die Deutschen, haben das beste Auto. Mit dem besten und leistungsfähigsten Motor, dem besten Fahrwerk und den besten Reifen. Um das Rennen zu gewinnen, müsste darin jetzt noch der beste Fahrer sitzen oder wenigstens ein guter Fahrer. Der in der Lage ist, die technischen Möglichkeiten des besten Autos bis an die Grenzen zu nutzen, ohne einen Motorschaden zu riskieren oder die Reifen zu früh zu verschleißen. Das Problem ist, dass wir weder einen solchen Fahrer haben noch die Rennstrecke genau kennen. Das Problem ist, dass wir das genaue Gegenteil eines solchen Fahrers haben. Sondern jemanden, der nicht weiß, wo das Gaspedal ist, wie man das Fahrzeug an seine Grenzen bringt, ohne es kaputt zu machen und der stattdessen lieber bei jeder Gelegenheit auf die Bremse tritt, weil das sicher ist.

So gewinnt man keine Rennen. Als die Maßnahmen gegen Corona beschlossen wurden, hieß es, es gehe darum, die Anzahl der Infizierten und vor allem der schweren Verläufe auf einem Niveau zu halten, das unterhalb der Kapazitätsgrenze der Kliniken liegt. Nun, die Kapazitätsgrenze der Intensivbetten mit Beatmungsplätzen liegt bei 20.000. Beatmete Patienten haben wir in Deutschland aktuell 2009 (20.04.2020). 10 Prozent der Kapazität sind also nur ausgelastet. Der Peak wurde für genau heute errechnet. Ein besorgniserregender Peak ist ausgeblieben. Kliniken haben Pflegepersonal in Kurzarbeit geschickt oder entlassen. Will man vorwärts kommen, dann muss man jetzt so weit lockern, dass die Auslastung der Kapazität steigt. 10.000 Beatmete wären das Fünffache. Kein Problem. Immer noch 50 % Reserve. Das kann man noch weiter steigern. Womöglich käme es nie zu einem solchen Anstieg.

Es liegt nicht am Gesundheitswesen. Es liegt an den Entscheidern, an den „Fahrern“. An denen, die das Formel-1-Auto „Gesundheitswesen Deutschland“ fahren sollen. Wenn der Fahrer nur 10% Gas gibt und wieder auf die Bremse tritt, sobald 20% Leistung erreicht sind oder, noch sicherer, gar nicht erst losfährt, dann kann das nichts werden.

Darum meine ich, es wird Zeit für umfassende Lockerungen. Aber unter Aufrechterhaltung bzw. Einrichtung effektiver Schutzmaßnahmen, wie die allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes oder einer Behelfsmaske da, wo Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, etwa in Einkaufsmärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dafür brauchen wir die Akzeptanz in der Bevölkerung, im Gegenzug hat diese aber auch die maximale Lockerung von Kontakteinschränkungen verdient. Beides zusammen, Kontaktverbote sowie eine fortgesetzte Schließung von beispielsweise Hotels und Restaurants, ist eine Übertreibung im Sinne maximalen Bremsens. (jw)

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Corona: Das grüne Virus?

Das Corona-Virus, genauer gesagt Covid-19, versetzt die Menschen in aller Welt in Angst und Schrecken. Oder sagen wir es etwas ketzerischer. Es gibt den Regierenden Anlass, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Warum eigentlich? Wie ist das Virus entstanden? Nehmen wir einmal an, das Virus sei eine Laune der Natur. Oder vielleicht sogar mehr als eine Laune. Ein Plan? Etwas, mit dem die Erde versucht, sich selbst zu schützen. Vor wem? Vor den Menschen. Vor denen, die diese Welt zerstören, sie rücksichtslos ausbeuten und Raubbau an ihr betreiben. Mit ihrer Globalisierung, ihrem Massentourismus, ihrer Industrialisierung und ihrer Überbevölkerung. Längst leben auf dieser Erde mehr Menschen, die die Umwelt schädigen, als sie vertragen kann. Und die Zahl steigt und steigt. Was würde eine Erde machen, wenn sie ein denkendes Wesen wäre oder was würde ein denkendes Wesen machen, das diese Erde beschützen wollte? Es würde vielleicht etwas machen wie das Corona-Virus. Etwas, das geeignet ist, der Zerstörung der Umwelt eine Atempause zu verschaffen, vielleicht eine mehrjährige. Etwas, das geeignet ist, die Überbevölkerung zu reduzieren. Etwas, das geeignet ist, einen Restart der Erde zu machen, damit Menschen künftig mehr im Einklang mit der Umwelt leben, wie es Naturvölker früherer Zeiten immer schon gemacht haben, bevor man sie ausgerottet oder umerzogen, zum Beispiel christianisiert, hat. Seien es die Indianer in Amerika oder Südamerika oder seien es die heidnischen Volksstämme im Germanien des 8. Jahrhunderts. Eine Erde, die den menschgemachten Schaden in einer kritischen Phase von sich abwenden wollte, würde vielleicht etwas wie das Corona-Virus erfinden. Am Ende mag das etwas sein, das zu einer weiteren Stufe der Evolution führt. Etwas, das die Population verändert und diejenigen aussortiert, die die Schwächsten sind und die zu viel sind. Wobei es Fehler macht, die aber für den „großen Plan“ keine Rolle spielen. Hat die Erde einen Plan? Hat die Evolution uns zufällig Covid-19 beschert? Ist Covid-19 nur ein Fluch oder ist das Virus womöglich eine Chance, die mit der Brechstange Fehlentwicklungen korrigiert, die der Umwelt und, als Nebeneffekt, auch der Gesellschaft schaden? Wenn es so wäre, dann wäre Covid-19 ein grünes Virus. Kein grünes Virus in politischem Sinne, denn viele linksgrüne Fehlentwicklungen der letzten Jahre sind gerade Opfer des Corona-Virus. Aber ein Umwelt-Virus, grün im eigentlichen Sinne.

In den Lagunen von Venedig ist plötzlich das Wasser klar und es wurden dort Delphine gesichtet. In der indischen Großstadt Kathmandu, die normalerweise jeden Tag unter einer SMOG-Wolke liegt, können Menschen zum ersten Mal seit 30 Jahren den 200 Kilometer entfernten Himalaya sehen, so klar ist die Luft dort plötzlich. Und in Deutschland, es mag ja Zufall sein, herrscht seit mindestens 2 Wochen dauergutes Wetter, zumeist mit wolkenlosem Himmel und sternenklarer Nacht. Mich würde nicht wundern, wenn die Medien schon bald berichten, dass die Erde jetzt dank Corona mehrere Jahre Zeit gewonnen habe. Greta Thunberg könnte gar arbeitslos werden.

In 210 Ländern gibt es Corona-Infizierte. Aktuell, einen Tag vor dem Osterfest 2020, sind weltweit knapp 1,8 Millionen Infektionen registriert und etwa 110.000 Menschen, die mit Corona infiziert waren, sind gestorben. Im Vergleich zur Spanischen Grippe, die am Ende des ersten Weltkrieges im vorigen Jahrhundert ausbrach, ist da noch Luft nach oben. Sie hatte 3 Wellen und am Ende waren weltweit bis zu 50 Millionen Menschen gestorben. Sie begann ähnlich wie Corona, hatte ihren Ursprung in den USA. Und sie konnte sich europa- und schließlich weltweit ausbreiten, weil es kriegsbedingt zahlreiche Truppentransporte gab. Solche Reisebewegungen gab es in dem Ausmaß vor 1918 nicht. Im Vergleich zu den weltweiten Reisebewegungen, die die Globalisierung mit sich gebracht hat, vom weltweiten Warenaustausch und Produktionsverlagerungen in ferne Länder bis hin zum für jedermann erschwinglichen Massentourismus in jeden Winkel dieser Erde, waren die Truppentransporte des ersten Weltkrieges allerdings ein Kleinkind. Das ist inzwischen erwachsen geworden. Noch nie gab es für Krankheitserreger, wie Viren, bessere Voraussetzungen, um in kürzester Zeit um die Welt zu reisen, wie vor dem Ausbruch der Corona-Krise. Morgens in China ins Flugzeug gestiegen, am Spätnachmittag oder frühen Abend in Deutschland. Es gab keine Grenzen mehr. In der Luft sowieso nicht, zu Lande aber auch nicht, jedenfalls nicht innerhalb Europas.

Die Welt, nein, die Menschen die auf unserer Erde leben, wehren sich gegen Corona. Die meisten Industrieländer, in denen das Virus angekommen ist, haben ihre Wirtschaft heruntergefahren. Deutschland hat Rekordsummen an Hilfen für die deutsche Wirtschaft beschlossen. 750 Milliarden Euro. Hinzu kommen auf europäischer Ebene 500 Milliarden für einen neuen Rettungsschirm für die besonders von Corona betroffenen Länder. Hauptzahler dürfte, wie immer, Deutschland sein. Das dürfte nur ein Anfang sein. Und das Ende werden Enteignungen, Deflation und Inflation sein. Unsere Gesellschaft wird nach Corona eine andere sein, sagte der Bundespräsident in einer erstmals zu Ostern gehaltenen Ansprache. Und pochte auf dem tollen solidarischen Zusammenhalt in Europa, den wir uns erhalten müssen. Wohl wissend, dass sein Europa in größter Gefahr ist und die Zukunft womöglich eher wieder den Nationalstaaten gehört. Selbst dann, wenn Deutschland bis zum Ende durchhält und das Licht ausmacht.

Und nicht nur das. In den europäischen Ländern, allen voran Deutschland, sind fast all die Themen, die die Länder in den letzten Jahren beherrschten und die ihnen wichtig genug waren, um dafür tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, Gräben zwischen den Menschen und jede Menge Investitionen mit fraglicher Rentabilität in Kauf zu nehmen, plötzlich in den Hintergrund getreten, zum Teil ganz vergessen. Keiner redet mehr von Integration und Inklusion. Wie auch, wenn sowieso keine Schule mehr stattfindet. Stattdessen ist von freiwilligem Sitzenbleiben für schlechte Schüler die Rede. Keiner redet mehr von Feinstaub, Fahrverboten, Tempolimits und Elektromobilität. Wozu auch, wenn, außer dem Berufsverkehr, sowieso kaum noch Autos auf den Straßen zu sehen sind. Keiner redet mehr von Fridays for Future oder Greta Thunberg. Wer war das eigentlich noch? Nur bei der kontinuierlichen Aufnahme von Flüchtlingen, im Durchschnitt sind es 10.000 pro Monat, ist anscheinend in Deutschland kein Verantwortlicher gewillt, diesem Wahnsinn wenigstens in der Corona-Krise ein temporäres Ende zu setzen.

Für wen geht denn eigentlich vom Corona-Virus hauptsächlich ein Risiko aus? Das Risiko, einen schweren Verlauf zu haben oder daran zu versterben? Es sind ganz überwiegend ältere Menschen, meist in höherem Rentenalter, die heute Jahrzehnte älter werden als es noch vor hundert Jahren der Fall war. Menschen, die oft mehrere Vorerkrankungen haben. Menschen, die ohne die Segnungen der modernen Medizin schon längst nicht mehr am Leben wären und die auch ohne das Virus nicht mehr sehr viel älter geworden wären. Ja, auch Menschen, die zu unseren Familien gehören und die wir lieben. Und ja, es gibt auch die Jüngeren, die mit verschwindend geringer Wahrscheinlichkeit an Corona versterben könnten.

Was aber würde es der Welt und der auf dieser Welt lebenden Menschheit, vor allem denen, denen die Zukunft gehört, den jungen Generationen, schaden, wenn man Corona einfach laufen ließe und die Gegenwehr einstellen würde. 50 Millionen Tote, wie bei der Spanischen Grippe, darunter vorwiegend Ältere, während die Spanische Grippe vorwiegend Menschen mittleren Alters betraf, würden der Erde nicht schaden und würden der Wirtschaft nicht schaden. Mehrere Monate Einschränkungen des öffentlichen, beruflichen und privaten Lebens durch Corona würden aber die ganze Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzen mit katastrophalen Auswirkungen auch auf die, die durch Corona kaum gefährdet sind, aber durch die Maßnahmen gegen Corona.

Nun möchte ich nicht sagen, es sei falsch, sich gegen Corona zu wehren und sich selbst ebenso zu schützen wie besonders Schutzbedürftige, etwa ältere Menschen. Nein, das muss sein und es sollte vernünftig sein. Die Vernunft kann ich aber bislang in den beschlossenen Regeln noch nicht ausreichend erkennen. Eher Uneinigkeit, Uninformiertheit, Planlosigkeit und leider auch immer noch eine weit verbreitete Gleichgültigkeit. Wenn man aber abwägen muss, ob und wann Maßnahmen wieder gelockert werden können, sollte man auch solche Gedanken im Hinterkopf haben und sich sehr genau fragen, wie es um die Verhältnismäßigkeit bestellt ist. Es muss vielleicht nicht zwingend ein ganzes Land mit 83 Millionen Menschen in den Lock-Down gehen, damit wenige Hunderttausend, vielleicht auch 1 oder 2 Millionen Menschen, für eine verhältnismäßig kurze noch verbleibende (Lebens-) Zeit gerettet werden. Das ist ein ethisches Problem und niemand traut sich, auch über so etwas zu sprechen. Genauso wie bei der Sterbehilfe. Wir müssen nicht ewig leben und manche Mitbürger wollen das auch gar nicht, sondern sie kommen am Ende ihres Lebens dahin, dass sie leben müssen.

In Deutschland sterben jedes Jahr nicht ganz 1 Million Menschen, überwiegend altersbedingt, auch ohne Corona. Auch diese Zahl sollte man im Hinterkopf haben, wenn es darum geht, durch drastische Maßnahmen die Risikogruppen zu schützen. Denn die Anderen brauchen den Schutz eigentlich nicht beziehungsweise haben ein geringes Risiko, im Fall einer Infektion schwer zu erkranken und im schweren Erkrankungsfall zu versterben.

Es gibt Menschen, wie die 90-jährige Dame in den Niederlanden, die sich gegen eine Beatmung entschied und sagte, sie habe ein gutes Leben gehabt und wolle, dass das Beatmungsgerät jemand bekommt, der jünger ist. Oder den Pfarrer aus Italien, dessen Gemeinde für ein Beatmungsgerät sammelte, der es aber verweigerte und wollte, dass es ein Jüngerer erhielte. Das sind die Helden der Corona-Krise.

Ich lege Wert darauf, diesen Beitrag als Gedankenspiel zu verstehen. Brainstorming. Solche Gedanken kann man sich machen. Niemand, ganz bestimmt auch ich nicht, möchte, dass in seinem Umfeld geliebte Menschen sterben. (jw)

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Corona: Lockerung nach Ostern? Dieses Land ist nicht vorbereitet

Die Frage, die derzeit wohl jeden bewegt, ist die, wann die Corona-Maßnahmen endlich wieder gelockert werden. Wann ist der Lock-Down zu Ende? Wann werden Kontaktverbote aufgehoben? Wann können Handel, Gastronomie und Dienstleister endlich wieder öffnen? Wann kann man wieder zum Friseur gehen? Wann können öffentliche Verkehrsmittel wieder uneingeschränkt genutzt werden? Wann kann man wieder in den Urlaub fahren, wenigstens im eigenen Land? Wann können unsere Kinder wieder in die Schule gehen?

Die Antwort auf diese Fragen ist ganz einfach. Nach Ostern könnte es so weit sein und nach Ostern müsste es auch so weit sein. Dieses Land hat jetzt schon 750 Milliarden Euro an Wirtschaftshilfen wegen der Corona-Krise beschlossen. Das ist etwa die Dimension des gesamten Bundeshaushalts für 2 Jahre. Und es ist der Stand von vor etwa 2 Wochen. Weitere Hilfen sollen beschlossen werden. Milliarden für europäische Rettungsschirme werden hinzukommen. Wir steuern gerade auf die größte Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er und 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts zu.  Generationen werden das noch bezahlen müssen, die heute nicht einmal geboren sind.

Aber dieses Land ist nicht vorbereitet, wie es überhaupt nie vorbereitet ist, wenn die Vorbereitung verantwortliches, faktenbasiertes und vor allem schnelles und auch einmal mutiges Handeln von Politikern erfordert. Wie wir es von Männern wie Helmut Schmidt kannten. Die Merkel-Regierung ist, ebenso wie die Kanzlerin, eigentlich nie auf irgendetwas richtig vorbereitet. Es ist ein einziger Schlendrian, der sich von der obersten Regierungsebene über die Länderebenen bis hin in die kleinste Kommune fortsetzt. Keiner hat einen Plan und wenn Einer einen hat, dann hat ein Anderer garantiert einen anderen und ein Dritter einen weiteren. Planlosigkeit, keine Koordination, keine Entscheidungen zur richtigen Zeit. Das Agieren der Regierung in der Corona-Krise ist ein einziger Offenbarungseid und belegt die Untauglichkeit mancher dem Föderalismus geschuldeten Kompetenzregelung in der Krise. Krisen brauchen klare Ansagen. Aber was nützt es, wenn die, die diese Ansagen machen müssten, sich von der Entwicklung treiben lassen und vor nichts mehr Respekt haben als davor, zu schnell Entscheidungen zu treffen, die sich vielleicht hinterher als falsch herausstellen könnten. Diese Lethargie, die man schon bald als Merkelismus bezeichnen kann, hat sich wie Mehltau über das ganze Land gelegt und sämtliche Kontrollebenen infiziert. Wie blöd muss man sein, um darin auch noch ein besonders umsichtiges Handeln erkennen zu wollen?

Dieses Land hat seit Jahrzehnten nichts für den Zivilschutz der Bevölkerung getan. Es gab Szenarien in der Schublade. Man wusste, dass so etwas passieren kann. Aber man hat gehofft, dass schon nichts passieren werde. Dieses Land war nicht vorbereitet als die Corona-Krise in anderen Ländern bereits ausgebrochen war. Selbst da hat man noch nicht angefangen, sich vorzubereiten. Und als wir dann bereits die ersten Infizierten in Deutschland hatten, wie viele Wochen hat es gedauert, bis man es endlich geschafft hat, bundesweit zu halbwegs einheitlichen Regelungen zu kommen? Das ist Ländersache, hieß es immer wieder. Und die Bundesländer machten, jedes für sich und jedes unterschiedlich. Wie viele Wochen wurde das alles heruntergespielt? Man hat gewartet und gewartet und gewartet und dann hat man irgendwann Kontaktverbote beschlossen und einen Betrieb nach dem anderen geschlossen, scheibchenweise. Wie lange hat allein das gedauert, bis wir zu der heute geltenden Regelung gekommen sind?

Und nun? Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen ist seit 2 Wochen rückläufig. Erstmals übersteigt die Zahl der Heilungen die Zahl der Neuinfektionen. Die Situation bei den Intensivkapazitäten ist komfortabel. In den etwa 20.000 Intensivbetten, die für Corona-Patienten verfügbar sind, liegen seit Wochen nicht mehr als bis zu 2.000 Patienten. Der große Ausbruch ist bislang ausgeblieben. Wir warten darauf und es passiert nichts, zum Glück! Aber dann muss man das Glück auch beim Schopfe packen und die Maßnahmen wieder lockern. Müsste man. Müsste man, aber…

In diesem Land herrscht seit 2 Monaten im professionellen Bereich ein Engpass an Schutzmasken, Mund- wie Atemschutzmasken. Ebenso an Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Wer bestellt, hat eine wochenlange Lieferzeit oder bekommt die Mitteilung, dass die Rückstandslieferung storniert werden müsse, weil derzeit nicht absehbar ist, wann das bestellte Produkt überhaupt lieferbar sei.  Von der Regierung zentral bestellte Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel gibt es nicht, nicht ausreichend oder sie finden den Weg in die Praxen, Kliniken und Pflegeheime nicht oder völlig unzureichend.

In diesem Land produzieren hunderte Firmen und private Initiativen inzwischen Mundschutzmasken bzw. Behelfsmasken. Und doch ist die Lage auch 2 Monate nach dem Ankommen der Krise in Deutschland so, dass die große Mehrheit der Bürger keinen Mundschutz besitzt, den sie wenigstens beim Einkaufen, in öffentlichen  Verkehrsmitteln oder überall da, wo ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, tragen müsste. Und es gibt immer noch keine klaren Anweisungen von oben darüber, wie sinnvoll auch ein einfacher Mundschutz ist und wie dieser zu verwenden ist.

Sehen Sie sich das Video unten an. Sie sehen, wie sich die Viren in einem geschlossenen Raum, wie etwa in einem Einkaufsmarkt, ausbreiten, wenn eine Person hustet, die keinen Mundschutz trägt. Bitte die Zeitleiste im oberen Bereich des Bildes beachten.

Wir leben in einem Land, das zu den führenden Industrienationen der Welt gehört, aber es nicht schafft, binnen 2 Monaten seine gesamte Bevölkerung mit Mundschutz auszustatten und sie über dessen Anwendung aufzuklären. Wie es auch, wenn auch aus anderen Gründen, nicht einmal in der Lage ist, den Bedarf der Bürger an Klopapier zu decken.

Genau deshalb, nicht wegen dem Klopapier, aber wegen dem nicht vorhandenen Mundschutz, der Abstandsregeln überflüssig machen würde, und wegen der nicht ausreichend vorhandenen Desinfektionsmittel und Desinfektionsmittelspender in Betrieben, Geschäften und auch Schulen, können wir nicht nach Ostern lockern. Ich verstehe auch immer mehr, warum jetzt schon die ersten Weihnachtsmärkte abgesagt werden. Anstelle, dass jemand anpackt und wirklich ein Wille erkennbar wird, die heruntergefahrene Wirtschaft wieder zu starten, steckt man auf merkelistische Art den Kopf in den Sand und wartet lieber ab, wie die Dinge so vorüberziehen. Bloß nicht zu früh, bloß nicht. Diese Merkelisten sind auch alles Leute, deren Einkünfte nicht betroffen sind und von denen bezahlt werden, die irgendwann diesen ganzen außer Kontrolle geratenen Schuldenberg abtragen müssen. Sei es durch Steuern oder durch Enteignung. Lieber noch ein paar in Griechenland gestrandete Flüchtlinge aufnehmen und sich darüber freuen, dass man nun wenigstens das geschafft hat. Solange die Flüchtlinge weiter kommen können, besonders wenn es Kinder sind, ist alles gut, oder? Gerade zu Ostern. Deutschland hat ein großes Herz und das ist viel größer als Corona oder irgendwelche Wirtschaftskrisen. Ist das die frohe Botschaft zu Ostern? Sei es drum. Vielleicht hat sich Frau Merkel ja zu Ostern einen Dukatenesel gewünscht, der niemals müde wird und ganz ohne Gegenleistung produziert und produziert. Euros natürlich. Und vielleicht gibt sie uns davon allen etwas ab und wir können problemlos noch ein paar Wochen, besser Monate, Urlaub zu Hause machen. Alles wird gut! (jw)

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