Yougov: NUR ein Drittel der Deutschen wollen die Impfung auf jeden Fall!

Kaum etwas, außer der weiterhin alles beherrschenden Panikmache vor Corona, beschäftigt die Medienlandschaft derzeit so sehr wie die Impfung dagegen. Die spekulative Frage, wer sich impfen lassen will und wer nicht, scheint in diesen Tagen die dringlichste Frage überhaupt zu sein. Das ist für die meisten Befragten zwar ungefähr so, wie wenn man jemanden fragen würde, wie er denn sein Frühstücksei haben möchte, obwohl das Huhn das Ei noch gar nicht gelegt hat oder es in den nächsten 6-12 Monaten gar keine Eier zu kaufen gäbe. Aber egal.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov für die Deutsche Presseagentur (dpa) gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. 33 Prozent waren zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent entschieden sich gegen eine Impfung. 16 Prozent waren unentschlossen. Die Schlagzeile dazu: „Zwei Drittel der Deutschen wollen sich (gegen Corona) impfen lassen“ (etwa BILD oder Tagesspiegel). Äh, wenn 33 Prozent erst einmal die Nebenwirkungen bei anderen abwarten wollen, wollen die sich doch erst mal NICHT impfen lassen, oder? Man könnte also zu dieser Umfrage genauso gut titeln „Zwei Drittel der Deutschen wollen sich NICHT impfen lassen“. Aber das soll natürlich nicht die Botschaft sein. Von seriösem Journalismus solle man erwarten, dass er sich mit genau der Gruppe dieser 33 Prozent und ihren Bedenken genauer auseinandersetzt. Und Antworten liefert. Das sind nämlich Leute, die grundsätzlich keine Impfgegner oder -kritiker sind und grundsätzlich Impfungen eher positiv gegenüber stehen. Aber die sich nicht einfach so einen neuartigen Impfstoff verabreichen lassen wollen, der in rasender Geschwindigkeit unter Verzicht auf bisher übliche Zulassungsverfahren entwickelt wurde und von dem niemand weiß, auch der Hersteller nicht, wie er genau wirkt, ob er überhaupt vor der Erkrankung schützt und die Weitergabe der Infektion verhindert oder ob er am Ende allenfalls dazu geeignet ist, schwere Verläufe zu verhindern oder abzumildern. Letzteres wäre nicht nichts, aber verdammt wenig. Und, wenn man bedenkt, dass schwere Verläufe selten sind, für die große Mehrheit der zu Impfenden ein trügerische Sicherheit, die mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist, die in keinem optimalen Verhältnis zum Nutzen der Impfung stehen.

Vor diesem Hintergrund wird für mich der eingeschlagene Weg, möglichst viele Menschen so schnell wie möglich mit einem Impfstoff zu impfen, dessen Sicherheit und Wirksamkeit niemand garantieren kann, ein falscher! Man sollte das stoppen. Aber natürlich wird das nicht passieren. Denn jetzt geht es nicht mehr nur um die Gesundheit, sondern um immense Investitionen und um deren Verluste, die ein Verlassen des eingeschlagenen Weges zur Folge hätte.

In meinen Augen wäre ein sinnvoller Weg, diejenigen, die bereit sind, das Impfrisiko mit einem neuartigen, wenig getesteten Impfstoff, einzugehen und schnellstens geimpft werden wollen, zu impfen. Besonders die Risikogruppen. Jeder müsste dazu vor der Impfung noch einmal klar auf bekannte Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen werden, ebenso auf möglicherweise noch nicht bekannte Risiken. Bereits die Impfreaktionen sind bei vielen der mit dem neuen Impfstoff Geimpften heftig, besonders nach der 2. Impfung!

Aber für die große Masse der Bevölkerung dürfte der richtige und sinnvollere Weg ein anderer sein! Nämlich erstens die Entwicklung eines vernünftigen und effektiven Therapieschemas für den Fall eines schweren Krankheitsverlaufs, mit wirksamen Medikamenten. Es gibt da erfolgversprechende Ansätze für die Entwicklung neuer Medikamente und auch bereits in vielen Ländern Erfolge bei der Behandlung von Corona mit vorhandenen Medikamenten. Da sollte investiert werden! Gegen eine Krankheit, die nur bei sehr wenigen Menschen einen schweren Verlauf nimmt und die man dann gut behandeln kann, muss man nicht unbedingt impfen! Und zweitens das Abwarten, bis konventionelle Impfstoffe, die sich auch in der Entwicklung befinden, zur Verfügung stehen.

Diesen Druck aufzubauen und die Impfung gar mit der in Aussicht gestellten Wiedererlangung verlorengegangener Freiheiten oder der Beendigung eines Lockdowns zu koppeln, wäre nicht nur Erpressung der Bevölkerung, sondern das wäre auch völliger Unsinn. Denn wenn die Impfung die Infektion und deren Weitergabe nicht verhindert, womit derzeit gerechnet werden muss, stellt jeder Geimpfte für alle Anderen weiterhin dasselbe Risiko dar wie vor der Impfung. Nun könnte man ja noch argumentieren, dass eine Impfung, die zumindest die Geimpften vor einem schweren Verlauf schützt, die Wiedererlangung der entzogenen Freiheitsrechte rechtfertigt, wenn ALLE geimpft sind. Weil ja dann niemand mehr einen schweren Verlauf haben kann. Das ist aber nicht realistisch. Es wird niemals die gesamte Bevölkerung geimpft sein. Jedenfalls nicht vor Ablauf von 2 Jahren. Und selbst dann blieben ein paar Millionen zurück, die aus irgendwelchen Gründen nicht geimpft werden können. Hieße also, dass das Risiko für die bestehen bliebe. Nun meine Fragen: Wenn beispielsweise 70 Prozent der Bevölkerung geimpft wären, was schon viel wäre, mit einem Impfstoff, der nur sie selbst vor einem schweren Verlauf schützt, könnte man dann den Lockdown beenden und den Bürgern alle Freiheiten zurückgeben? Was ist dann mit den 30 Prozent der Nicht-Geimpften? Opfert man die dann, weil sie ja selber Schuld sind, auch wenn es zum Teil eben auch Menschen wären, die grundsätzlich keine Impfungen erhalten dürfen? Und wo wäre hinsichtlich Ethik, Moral und der Todesrate der Unterschied zu der Alternative, die auf keinen Fall in Frage kam? Nämlich die Krankheit mit moderaten Maßnahmen und ohne Lockdown einfach ihren Verlauf nehmen zu lassen und weiter normal zu leben. Ich frage das jetzt nur, weil es mir nicht gelingt, die Logik hinter dem Handeln der Regierung zu entdecken, wenn ich nicht verschwörungstheoretisch werden will. Und das will ich nicht. (jw)

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Gegendarstellung zu „AfD: Ein Jahr Integration reicht“

Gegendarstellung zum Beitrag „AfD: Ein Jahr Integration reicht“ am 30.09.2020 in der Schaumburger Zeitung, den Schaumburger Nachrichten sowie im Online-Angebot beider Zeitungen:

Die Schaumburger Nachrichten und die Schaumburger Zeitung berichten in einem Beitrag vom 30.09.2020 mit dem Titel „AfD: Ein Jahr Integration reicht“, in der Online-Ausgabe der Schaumburger Nachrichten sogar mit meinem Namen in der Schlagzeile, aus der Sitzung des Kreistagsausschusses für Gesundheit und Soziales vom 28.09.2020. Mit dieser Schlagzeile sowie auch dem folgenden inhaltlichen Beitrag entsteht der Eindruck, ich oder die AfD-Fraktion, die in dem Ausschuss durch mich vertreten wird, seien der Meinung, Flüchtlinge könnten sich in unserem Land innerhalb eines Jahres integrieren oder es reiche aus, sie bei ihrer Integration ein Jahr lang zu begleiten. Ferner wird der Eindruck erweckt, ich hätte diese Aussage im Zusammenhang mit einem Beschluss über die Teil-Entnahme von 30.000 Euro aus dem Integrationspolitischen Fördertopf gemacht, der im Kreistag bereits in der Haushaltssitzung zu Beginn des Jahres beschlossen wurde. Und es wird behauptet, ich hätte der Entnahme dieser Zuschüsse nicht zugestimmt mit der Begründung rückläufiger Flüchtlingszahlen und einem Hinweis auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen. Damit wird als Kernaussage dieses Beitrages überdies der Eindruck erweckt, ich oder die AfD-Fraktion würden Flüchtlingen nicht einmal Zuschüsse in Höhe von 30.000 Euro für 4 kleine Maßnahmen gönnen, die im Folgenden dann alle im Detail beschrieben werden.

Diese Aussagen geben die Wahrheit durch das Weglassen wesentlicher Fakten unzureichend wieder.

Richtigstellung:

Richtig ist, dass sich alle meine Wortbeiträge in dieser Sitzung nicht auf die Zuschüsse in Höhe von 30.000 Euro aus dem Integrationspolitischen Fördertopf bezogen haben, sondern ganz eindeutig auf die Flüchtlingssozialarbeit der AWO, die nach den Vorstellungen aller anderen Mitglieder des Ausschusses auch im nächsten Jahr mit 980.000 Euro bezuschusst werden soll. Es geht also hier um fast 1 Million Euro und nicht um 30.000 Euro. Über die Zuschüsse in Höhe von 30.000 Euro aus dem Fördertopf gab es im Ausschuss überhaupt keine Diskussion oder Aussprache, sondern darüber erfolgte, im Anschluss an die Debatte und Abstimmung  zur Flüchtlingssozialarbeit der AWO, lediglich eine Abstimmung. Da die AfD-Fraktion den Fördertopf bereits in der Haushaltssitzung abgelehnt hat, habe ich folgerichtig in dieser Sitzung auch den Teil-Entnahmen daraus nicht zugestimmt. Auf durchaus auch dazu angebrachte Begründungen habe ich nach der Diskussion über die Flüchtlingssozialarbeit der AWO verzichtet. Es gab also keinen einzigen Kommentar von mir, der in Zusammenhang mit einer Ausgabe von 30.000 Euro für Flüchtlinge steht.

Richtig ist, dass ich mich in der Sitzung, bezogen auf die geplante Ausgabe von 980.000 Euro, wie folgt geäußert habe.

Ich habe gesagt, dass angesichts des Berichts der Kreisverwaltung, wonach in diesem Jahr bisher nur 100 Flüchtlinge nach Schaumburg gekommen sind, man davon ausgehen kann, dass die 3.400 Flüchtlinge, die die AWO nach eigenen Angaben im Rahmen ihrer Flüchtlingssozialarbeit betreut, alle schon 1 Jahr oder länger in Schaumburg wohnen und betreut werden. Ich habe ferner gesagt, dass ich, wenn ich aus Deutschland flüchten müsste, mir durchaus vorstellen könne, mich innerhalb eines Jahres in einem neuen Land zu integrieren. Ich habe nicht gesagt, dass ich das von allen Menschen, die nach Deutschland flüchten, ebenfalls erwarte und diese demzufolge nicht länger als ein Jahr betreut werden müssten. Ich habe dann später darum gebeten, meinen Beitrag nicht auf die Aussage, in einem Jahr könne man das schaffen, zu reduzieren, denn viele der 3.400 von der AWO Betreuten werden auch nicht erst ein Jahr, sondern bereits seit 2, 3 oder 4 Jahren betreut.

Ich habe ferner gesagt, dass man die zurückgehenden Zahlen ankommender Flüchtlinge nun auch einmal zum Anlass nehmen müsse, über den Umfang der Flüchtlingssozialarbeit und die Höhe der Zuschüsse nachzudenken. Es könne nicht sein, dass das auch in Zukunft in dieser Dimension aufrechterhalten werde. Es müsse auf jeden Fall weniger werden als 980.000 Euro. Einen Betrag habe ich nicht genannt und ich habe ganz ausdrücklich und sehr deutlich darauf hingewiesen, dass ich nicht davon rede, die Flüchtlingssozialarbeit ganz einzustellen. In Zeiten, in denen auch der Landkreis damit rechnen muss, dass ihn die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen in Form zurückgehender Steuereinnahmen aus Handel, Gewerbe und anderen Branchen treffen, müsse auch der Landkreis daran denken, den Gürtel enger zu schnallen.

In meinen Augen sind dies ganz vernünftige, bürgerliche Positionen, die auch etwa einer CDU in ihrer Ära vor Merkel gut zu Gesicht gestanden hätten. Dem muss sich die Presse nicht anschließen, aber um eine in der Sache korrekte Berichterstattung möchte ich schon bitten.

 

Rinteln, 30.09.2020, Dr. Jens Wilharm

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Ich habe die Welle gefunden!

Ja, ich habe sie wirklich gefunden, die Welle bei den Sterbefällen. Und das ist doch die Welle, auf die es ankommt, oder? Nicht auf eine Welle von Infektionen oder eine Welle leichter Erkrankungen.

Es gab die Welle. Nur nicht in Deutschland. Aber in Frankreich und auch in Schweden. So ehrlich soll man sein.

Die brandaktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes zu den Sterbefällen in Deutschland 2016-2020 haben mich veranlasst, nach ähnlichen Zahlen für andere Länder zu suchen. Gab es da eine Welle? Eigenrecherche, nicht journalistisch aufbereitete Zahlen. Und da habe ich doch in der Tat bei Eurostat solche Tabellen gefunden. Dort sind alle Sterbefälle aller europäischen Staaten der letzten 20 Jahre nach Kalenderwochen aufgelistet, vom Jahr 2000 bis aktuell zur 34. KW 2020. Eine riesige Datenbank, frei zugänglich. Da kann jeder reinschauen.

Nun möchte ich daraus keine Doktorarbeit machen und habe mich daher auf Deutschland, Frankreich und Schweden beschränkt. Vielleicht wären Italien und Spanien noch interessant, dort gerade auch der Vergleich mit den Vorjahren. Vielleicht mache ich das nochmal. Für den Moment genügt mir der nachfolgend angestellte Vergleich, denn ich habe die Welle ja gefunden.

Ich habe die Sterbefälle in Deutschland (D), Frankreich (F) und Schweden (SE) für jeweils die 1. – 34. KW der Jahre 2020, 2018 und 2017 verglichen. Dazu habe ich 3 Grafiken angefügt. Für Schweden gibt es jeweils 2 Kurven.
Wir sehen für Deutschland keine Welle. Es sieht ähnlich wie in den beiden untersuchten Vorjahren aus.
Wir sehen für Frankreich im Jahr 2020 eine Welle von der 12. – 17. KW, also vom 16.03. – 26.04.2020.
Wir sehen für Schweden, wenn man die realen Zahlen aufträgt und mit D und F vergleicht, im Jahr 2020 keine Welle, sondern eine den Vorjahren vergleichbare Kurve auf niedrigem Niveau.
Wenn man aber die Sterbezahlen für Schweden um den Faktor 10 erhöht und so den Maßstab für Schweden an F und D angleicht, sieht man auf einmal sehr wohl eine Welle. Nämlich von der 14.- 20. KW, also vom 30.03. – 17.05.2020.

Ich bin für die Jahre 2018 und 2017 genauso vorgegangen. Die graue Kurve ist immer Schweden, um den Faktor 10 aufgezogen. Wir sehen, dass die Verläufe für D, F und SE 10-fach 2017 und 2018 sehr ähnlich sind und offenbar vergleichbaren Einflüssen unterliegen. Für D bleibt der Verlauf ähnlich der Vorjahre. Aber bei F und SE sehen wir die Welle.

Das muss man zugeben, das ist nicht Nichts! Doch jetzt kommt das Aber:

Aber es gibt, wenn man den Gesamtzeitraum betrachtet, in 2020 nicht viel mehr Sterbefälle als in den Vorjahren. In allen 3 Ländern nicht. Ich habe dazu eine 4. Grafik gemacht. Da sehen wir die Sterbefälle in D, F und SE für 2020, 2018 und 2017 für den Gesamtzeitraum 1. – 34. KW. Das ist schon ein ganz guter Vergleich, weil wir jeweils 8 Monate vergleichen und die Zahlen für 2020 sehr aktuell sind.

Was bedeutet das nun? In Deutschland gab es bislang keine Welle, weshalb es völliger Unsinn ist, von einer 2. Welle zu reden, auf die man warte oder die bereits begonnen habe. In Frankreich und Schweden gab es eine erste Welle in einem Zeitraum von 6 bis 7 Wochen. Über den Gesamtzeitraum der ersten 8 Monate des Jahres gab es aber auch in Frankreich und Schweden nicht so sehr viel mehr Sterbefälle als in den Vorjahren. In Frankreich waren es 17.382 mehr als beispielsweise im Jahr 2018. In Schweden waren es 2.774 mehr als im Jahr 2018. Das klingt als absolute Zahl nach sehr viel. Das ist in Relation zu den gesamten Sterbefällen der letzten Jahre wenig und in Relation zur Größe der Gesamtbevölkerung sehr, sehr wenig. In Frankreich und Schweden haben wir in Relation zu 2018 etwa 4,2 Prozent mehr Sterbefälle.  Nehmen wir an, diese seien durch Corona bedingt. Dann wären das 0,02682 Prozent der französischen (64,82 Mio.) Bevölkerung bzw. 0,02688 Prozent der schwedischen (10,32 Mio.) Bevölkerung.

Das ist eine solide Datenbasis. Sie ist nicht geschönt und das Jahr 2019 habe ich nicht herausgelassen, weil es da etwas zu sehen gäbe, was nicht passt. Ich habe erst 2017 genommen, dann 2018 und dann reichte es mir.

Was bedeutet das nun? Ja, da kommt dann jetzt wieder die große Frage. Waren und sind die Corona-Maßnahmen in Deutschland verhältnismäßig, gut und richtig, Ja oder Nein? Dass sie nicht richtig waren, weiß inzwischen jeder, denn das gibt selbst Herr Spahn zu. So what? Sind doch nur ein paar Selbständige, Restaurantbesitzer und so, die es kalt erwischt hat und deren Leben jetzt zerstört ist, oder? Sind doch nur ein paar Angehörige des Mittelstandes, deren Pleite sich dann erst im nächsten Jahr nicht mehr vermeiden lässt, oder? Vorher gibt es Helikopter-Geld. Wenn es also nicht richtig war und der Bundesgesundheitsminister das zugibt und selbstverständlich hinzufügt, dass er das seinerzeit nicht besser wissen konnte. Warum sollte es dann heute und morgen richtig sein, wo man doch nun diese Zahlen hat, die wirklich nicht lügen?

Hören wir endlich auf mit dem Corona-Wahn. Orientieren wir uns an Schweden. Vergessen wir den Unsinn mit der Impfung. Hören wir auf mit immer wahnsinnigeren Maßnahmen und Perfektionierungen von Maßnahmen in einem Land, in dem es keine Welle gab. (jw)

Sterberaten in Deutschland 2016-2020: Wo ist die Welle?

Das statistische Bundesamt hat eine hochinteressante Publikation herausgebracht, die die Sterbefälle ab dem 01.01.2016 bis einschließlich 31.07.2020 auflistet. Hier kann man sehr gut das jeweils erste Halbjahr (01. Januar bis 30. Juni) 2020 mit den ersten Halbjahren der letzten 4 Jahre vergleichen.

Doch wo ist Corona? Wo ist die sogenannte erste Welle hier abgebildet? Die Antwort überrascht eigentlich nicht mehr. Es gibt sie nicht, jedenfalls nicht hinsichtlich der Sterberate. Aber wo ist die Welle dann und welche Rolle spielt sie eigentlich, wenn es hierzulande gar nicht mehr Sterbefälle gibt als in den Vorjahren?

Corona-Wellen mag es geben oder gegeben haben, aber es sind wohl eher Wellen festgestellter Infektionen, abhängig von der Zahl durchgeführter Testungen mit einem umstrittenen Test, nicht Wellen von Erkrankungen und – hiermit bewiesen – erst recht nicht Wellen von mehr Sterbefällen.

Corona-Wellen sind Wellen zunehmender und medial geschürter Ängste, vor der Infektion mit einem Virus, das in den allermeisten Fällen nicht krank macht oder zu sehr milden Krankheitssymptomen führt, die den allgemeinen Gesundheitszustand kaum beeinträchtigen. Und das in sehr wenigen Fällen zu schweren Verläufen führt oder, noch seltener, sogar zum Tod führt. Wie andere Viren, die es schon immer gab, auch.

Schweden hat gezeigt, dass es mit seinem Weg ohne nennenswerten Lockdown und ohne Maskenpflicht alles richtig gemacht hat.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, eine Krankheit, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt kaum existiert (Infektionen sind noch keine Krankheit), weiter mit völlig unverhältnismäßigen Mitteln zu bekämpfen. Und vor allem gibt es keinen vernünftigen Grund, weiterhin fieberhaft an der Entwicklung irgendwelcher Impfungen gegen Corona zu arbeiten. Gegen eine Krankheit, die sich so verhält wie Corona in Deutschland, muss man nicht impfen. Aber dennoch werden Milliarden darin investiert und weiterhin Produktionskapazitäten für einen Impfstoff hochgezogen, der bis heute nicht einmal in einer nachgewiesen wirksamen und sicheren Form existiert. Es geht hier immer mehr um Geld, um auf dem Spiel stehende Investitionen und um einträgliche Karrieren, wenn man denn die Wahrheit sagen würde. Und immer weniger um die Gesundheit der Menschen in Deutschland. Wenn Corona ein harmloses Virus wäre, was ich hiermit ausdrücklich nicht gesagt haben will und was ich auch nicht glaube, könnte man das, nach all den Maßnahmen und ihren Konsequenzen für die Wirtschaft, denn überhaupt noch zugeben? Wohl nicht.

Hier übrigens der Link zur 262-seitigen Sonderauswertung des statistischen Bundesamtes zu den Sterbefällen von 2016-2020:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html

Donald Trump: Er wird es wieder und das ist gut so!

In einer Welt, in der Regierungen die Interessen der Bürger mit Füßen treten und deren individuelle Freiheiten immer mehr einschränken, zugunsten realitätsferner Vorstellungen von einer offenen Gesellschaft in einer Welt ohne Grenzen und ohne nationalstaatliche Beschränkungen, aber natürlich nicht ohne strippenziehende Eliten, erscheint Donald Trump schon fast wie das letzte Bollwerk, der letzte Hoffnungsträger freiheitlich denkender Menschen gegen diese Auswüchse des Globalismus. Und die USA scheinen, im Gegensatz zu Deutschland, ein Land zu sein, in dem patriotische Positionen immer noch mehrheitsfähig sind. In dem immer noch eine Mehrheit denkt: „Unser Land zuerst!“.

Eines ist klar und das ist auch der Grund, warum sich die Vertreter unserer Regierungsparteien so sehr wünschen, dass Joe Biden der nächste Präsident wird. Biden, so wenig er alters- und konzentrationsbedingt für das Amt geeignet sein mag, steht für all das, für das auch schon Obama und die Clintons standen und für das in Deutschland die Merkel-Regierung steht. Weltweite Einmischung in Angelegenheiten anderer Länder, von Afghanistan, Afrika und Syrien bis hin zur Unterstützung von Oppositionellen in Ländern wie der Ukraine oder jetzt Belarus gegen Russland. Weltweites Führen von Kriegen, immer unter humanitären Vorwänden. Wird Trump wiedergewählt, werden diese Leute noch einmal 4 Jahre ausgebremst. Etwas Besseres kann aus meiner Sicht gar nicht passieren.

Nie zuvor ist ein amerikanischer Präsident so sehr von der weltweiten Presse, auch der amerikanischen Presse, so respektlos behandelt, offen kritisiert, beleidigt und immer wieder lächerlich gemacht worden wie Donald Trump. Das war vor Trump nicht vorstellbar. Dazu mag er seinen Teil beigetragen haben und in das eine oder andere Fettnäpfchen getappt sein. Er mag Dinge gesagt oder getan haben, die auch mir nicht immer gefielen. Man muss ihn nicht mögen. Aber wo ist die Alternative? Trump ist der einzige Kandidat, der sich den scheinbar kaum aufzuhaltenden Auswüchsen der Globalisierung vehement widersetzt und sich zuerst für sein Land einsetzt. Das kann man von einer Kanzlerin Merkel nicht gerade behaupten, sondern das Gegenteil ist der Fall. Und so ist die Wahl zwischen Trump und Joe Biden keine Personenwahl, sondern eine Wahl, wie gut, wie frei und mit wem man als Amerikaner in Zukunft in Amerika leben möchte. Oder eben wie gerne man Teil einer globalisierten Welt sein möchte, in der einem in orwellschem Stil vorgegeben wird, was richtig und falsch ist, was man gut zu finden hat und was nicht.

Es ist gar nicht die Frage, ob man für oder gegen Trump ist. Die Frage ist, was der Welt blüht, wenn es nicht Trump wird. Die Fortsetzung der clintonschen und obamaschen Politik und eine Gefährdung des Friedens mit Russland in Europa. Es mag für den Einen oder Anderen paradox klingen. Aber der Präsident des Friedens und der militärischen Nichteinmischung ist Trump. Seine Vorgänger waren es nicht und bei einem Biden muss man damit rechnen, dass er an diese anknüpft. Trump will sich auf sein Land konzentrieren, weitere Truppen aus Europa und Deutschland nach Hause holen. Sein designierter Botschafter in Berlin, Douglas Macgregor, lässt daran wenig Zweifel. Er hat den Präsidenten immer wieder dafür gelobt, US-Truppen aus Afghanistan und Syrien abziehen zu wollen. Seine Haltung zur Asyl- und Einwanderungspolitik der Merkel-Regierung ist ebenso eindeutig wie die von Trump selbst.

Und so ist es mir in diesen Tagen, in denen das Corona-Virus und die Corona-Maßnahmen immer noch unser Leben dominieren, eine diebische Freude, zu sehen, wie Donald Trump sich anschickt, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden und wie sich unsere Qualitätsmedien darüber aufregen. Besonders wenn die Autoren offenkundig dieselben sind, die sonst immer durch ihre Lobeshymnen auf die alternativlose Politik von Merkel & Co. und durch ständige Hetze gegen ihre Gegner auffallen. Denen gönne ich es besonders, dass sie abermals zusehen müssen werden, wie Trump es wieder wird. Und wenn sie sich die Finger wund schreiben. (jw)

Corona-Konzepte an Schaumburgs Schulen: Lüften bis der Arzt kommt?

In Niedersachsen soll mit Beginn des neuen Schuljahres wieder ein weitgehend normaler Schulbetrieb stattfinden. Damit das möglich ist, hat man sich im niedersächsischen Kultusministerium und an den Schulen Gedanken gemacht, wie man das Risiko für Schüler und Lehrkräfte, sich mit dem Corona-Virus Covid-19 zu infizieren, so weit wie möglich reduzieren kann. Herausgekommen sind Konzepte, die  auf den vom Kultusministerium erdachten Vorgaben basieren, aber dann doch regional etwas unterschiedlich sind. Das ist toll! Es ist toll, dass die Schüler endlich wieder in den Schulen lernen dürfen sollen. Und das auch noch an jedem Wochentag! Es ist toll, dass die Verantwortlichen sich so viele Gedanken gemacht haben, wie sie das Corona-Risiko ganz klein machen können, so dass alle Lehrer und Schüler sich sicher fühlen können. Es ist nicht so toll, wenn es Schulen dann doch nicht schaffen, mit ihrem individuell angepassten Konzept ein vernünftiges Maß hinzubekommen, zwischen den Maßnahmen zum Schutz vor Corona und den durch diese Maßnahmen verursachten Nachteilen und Risiken.

In den Schulen meiner beiden Kinder gehen den für die dort geltenden Corona-Konzepte Verantwortlichen offenbar die Mindest-Anforderungen des Kultusministeriums nicht weit genug. Da wird nämlich gesagt, es solle mindestens alle 45 Minuten eine Stoßlüftung erfolgen, besser noch öfter. Alle 45 Minuten eine Stoßlüftung klingt ganz vernünftig und wenn das die Vorgabe des Ministeriums ist, muss man die erfüllen. Mehr nicht. Was bedeutet Stoßlüftung, alle 45 Minuten? Das bedeutet, nach jeder Schulstunde einmal kurz für mindestens 5-Minuten alle Fenster weit zu öffnen und dann wieder zu schließen. Weil nach fast jeder Schulstunde sowieso eine kleine Pause (5 Minuten) oder eine große Pause erfolgt, könnte man also einfach in den Pausen lüften. Damit sollte niemand ein Problem haben. Manchen für die Schaumburger Schulen Verantwortlichen reicht das aber offenbar nicht. An den Schulen meiner beiden Kinder hat das dazu geführt, dass die Klassen nunmehr den ganzen Tag gelüftet werden, was bedeutet, dass Fenster und Türen während des gesamten Unterrichts offen bleiben. Ungeachtet der Wetterlage will man das wohl so beibehalten. Nun, im Moment sind die Außentemperaturen noch moderat. Bei meiner Tochter kommen nur die derzeit allgegenwärtigen Wespen gerne mal in den Unterricht. Aber so langsam wird es draußen kühler und der permanente Durchzug ist definitiv ein gesundheitliches Risiko. Da gibt es dann schnell auch mal eine Halsentzündung, einen Schnupfen oder Schlimmeres. Mit einer exponentiell höheren Wahrscheinlichkeit als sich im Unterricht mit Corona zu infizieren in einer Stadt, in der es 0 (in Worten: Null) registrierte Corona-Infektionen gibt. Denn Zugluft kann Schleimhäute austrocknen und anfällig für Viren machen. Wenn dann aber doch der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass sich Corona-Viren in einen Klassenraum verirren, auf welchem Weg auch immer, wären die Schüler und Lehrer mit ihren durch Zugluft geschädigten Schleimhäuten, wo der Erstkontakt mit den Viren stattfindet, weniger gut geschützt als mit intakten Schleimhäuten. Sie würden sich dann schlimmstenfalls gerade deshalb infizieren, weil die ganze Zeit gelüftet wurde.

Stoßlüften ist gut, in jedem Fall ausreichend und schützt die Gesundheit besser als Dauerlüften, auch vor Corona!

Andere Nachteile, die das Dauerlüften und Öffnen aller Klassentüren mit sich bringen, sind vielleicht weniger gesundheitlicher Natur, aber doch für die Konzentration im Unterricht sicher nicht wirklich förderlich. Geräusche aus anderen Klassenräumen, Lärm von draußen. Wäre es nur das, könnte man damit vielleicht eher leben. Doch das wichtigste Argument gegen Dauerlüften ist die Gesundheit.

Wer die Gesundheit schützen will, indem er die Gesundheit gefährdet, macht es, ohne es zu wollen, nicht besser als der, der den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will!

Kommen wir doch bitte alle wieder zur Vernunft. Die Corona-Konzepte der Schulen sind in weiten Teilen gut durchdacht und richtig, denn es ist wichtig, dass sich auch die Ängstlichen und Übervorsichtigen sicher fühlen. Doch in Bezug auf das Lüften sind die Konzepte an unseren Schulen hier in Rinteln nicht gut, sogar unbeabsichtigt gefährlich. Es wäre vernünftig, das nachzubessern und das Lüften auf Stoßlüften in den Pausen zu beschränken.

Corona-Statement, kurz und knapp

Ich kann Euch als Zahnarzt und als jemand, der eine zellbiologische, experimentelle Doktorarbeit unter Verwendung verschiedener Antikörper geschrieben hat, sich von daher zumindest mit den Grundlagen der Immunologie etwas auskennt, wenn auch manches verblasst ist, als Ehemann und Vater zweier Kinder im Grundschulalter, als Sohn einer 84-jährigen Risikopatientin, sagen: Ich habe keine Angst vor dem Virus Covid-19! Ich habe nicht vor, mich dagegen impfen zu lassen, sofern es eine hier zugelassene Impfung geben sollte und ich nicht direkt oder indirekt dazu gezwungen werde, um weiterarbeiten zu dürfen. Ich habe in meiner Praxis die Hygiene-Richtlinien des RKI und mehr umgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer in Bezug auf Hygiene vernünftig organisierten Praxis irgendein Virus oder Bakterium, egal ob Covid-19, HIV, Tuberkel-Bakterium oder sonstiges übertragen wird, ist extrem unwahrscheinlich. Manchmal denke ich, es wäre gut, diese Infektion endlich durchzumachen, damit das Drama endlich ein Ende hat. Ich habe keine Angst. Nicht vor Corona, nicht vor der Infektion damit. Ich habe ausschließlich Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen gegen das Virus.

Elsässer analysiert Kalbitz-Rauswurf: AfD für „Ganze“ nicht mehr wählbar

Jürgen Elsässer, der mit seinem Compact-Magazin bisher das geistige Manna lieferte für Anhänger des ehemaligen Flügels der AfD, Verschwörungstheoretiker jeder Art und fast alles, was sich rechts von der AfD tummelt, hat seine ganz eigene Analyse des Rauswurfs von Andreas Kalbitz aus der AfD in einem Video veröffentlicht.

Hier schon mal der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=FYw-yrQtVl8&feature=share&app=desktop

Dieses Video ist in mehrfacher Hinsicht wirklich sehens- und hörenswert, denn Elsässer ist für gewöhnlich mit dem (Ex-) Führungspersonal des (Ex-) Flügels bestens vernetzt, ebenso wie mit den Protagonisten verschiedener, oft als rechtsextrem geltender, Organisationen und Bewegungen außerhalb der AfD. Seien es die Identitäre Bewegung, das Institut für Staatspolitik (IfS) oder Ex-Flügel-Granden, die die AfD schon vor Andreas Kalbitz verlassen mussten.

Elsässer weiß also, wovon er spricht und er verschafft uns mutmaßlich Einblick in das, was viele Flügel-Verantwortliche wirklich denken, selbst wenn sie es (noch) nicht öffentlich sagen würden:

Der Ausschluss von Andreas Kalbitz aus der AfD wird offenbar als final und unumkehrbar angesehen, auch wenn Kalbitz selbst und ein paar seiner Anhänger öffentlich immer noch von kommenden Urteilen ziviler Gerichte phantasieren, die Kalbitz wieder in die AfD zurückbringen würden. Herr Elsässer glaubt offenbar nicht daran und wenn der daran nicht glaubt, beruht das mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Einschätzungen einer Menge von Leuten, mit denen er vernetzt ist.  Kalbitz ist und bleibt raus. Sein politisches Wirken in der AfD ist zu Ende.

Den (Ex-) Flügel bzw. die „Ganzen“ in der AfD (im Sinne der Dresdner Rede von Björn Höcke) sieht Elsässer als gescheitert an und beklagt eine Dominanz der Bataillone von „Halben“, die sich um Jörg Meuthen geschart hätten.

Elsässer beklagt auch, dass der Flügel an sich selbst gescheitert sei, weil er den Rauswurf von Extremisten wie Doris von Sayn-Wittgenstein, Dennis Augustin und Stefan Räpple nicht verhindert habe bzw. diesen Personen nicht zur Hilfe geeilt sei. Die Einheit des (Ex-) Flügels dürfte damit dahin sein und die Machtbasis von Björn Höcke sich so langsam in Wohlgefallen auflösen, denn ihm wird hier ja, wie auch Kalbitz selbst, eine offensichtliche Führungsschwäche bescheinigt. Kalbitz wäre demnach ein Opfer seiner selbst. Übrig bleiben mögen am Ende Splittergruppen, die nie wieder die einstige Bedeutung des Flügels in der AfD erreichen, weder intern noch in der Außenwirkung.

Der Flügel ist tot. Wer sich als Ganzer fühlt und etwas bewirken will, für den ist die AfD nicht mehr der richtige Ort, nicht einmal mehr wählbar. Sagt Elsässer. Und wie gesagt, der weiß wovon er spricht.

Nie war die Chance für die AfD so groß und so real, ihren ganz rechten Rand loszuwerden oder zumindest bis zur Bedeutungslosigkeit einzuschrumpfen. Nie war die Chance für Deutschland so groß, dass sich die AfD doch noch als eine Partei etabliert, die für die bürgerliche Mitte nicht nur wählbar ist, sondern auf die die bürgerliche Mitte seit langer Zeit vergeblich wartet.

Das wird alles nicht von heute auf morgen gehen. Es wird Rückschläge geben. Wenn Flügel-Anhänger gehen, werden sie das nicht lautlos machen und verbrannte Erde hinterlassen wollen. Auch in Zukunft mögen noch Einzelpersonen in der AfD entdeckt werden, die eine zweifelhafte Vergangenheit im rechtsextremen Milieu haben. Aber das wird weniger werden. Es wird vielleicht noch einmal hier und da laut krachen und dann wird das weniger werden. Da muss die AfD jetzt durch. Jetzt muss sie den gesetzten Kurs konsequent weitergehen.

Das Satire-Bild eines Magazins, das den zutreffenden Titel „Verkackt“ trägt, wenn man Elsässers Analyse in einem Wort beschreiben will, ist im Netz aufgetaucht. Es trifft die Realität verdammt gut.

Der gemachte Rechtsextremismus

Die Messlatte in der Extremismus-Debatte wurde in den letzten Jahren gehörig verschoben. Diesen Vorwurf muss man den Qualitätsmedien und den politischen Gegnern der AfD machen. Sie verwischen die Grenzen zwischen rechts und rechtsextrem. Was noch vor 20 Jahren rechts war, was noch vor 30 Jahren Mehrheitsmeinung der bürgerlichen Mitte war, wird heute als rechtsextrem oder rechtsradikal bezeichnet.

Nehmen wir beispielhaft einige Aussagen unseres ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt (SPD). In meinen Augen einer der Besten, die das Land je hatte. Schmidt sagte 2004 im Hamburger Abendblatt: „Es war ein Fehler, dass wir zu Beginn der sechziger Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten.“ Und: „Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen.“ 2005 sagte er im Fokus: „Ich glaube, dass wir uns übernommen haben mit der Zuwanderung von Menschen aus völlig anderen kulturellen Welten. Sieben Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung.“ Und 2008 schrieb er in seinem Buch „Außer Dienst“: „ Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“ 2012 sagte Schmidt in der Sendung „Maischberger“, dass er diese Aussagen weiterhin für vernünftig halte und sie heute ähnlich wiederholen würde.

Ich denke, die Politik, einschließlich und allen voran die SPD, sowie die meisten Qualitätsmedien würden diese Aussagen heute als rechtsextrem oder rechtsradikal bezeichnen und jemanden, der solches sagt, als Rechtsextremisten. Der Verfassungsschutz würde jemanden, der politisch aktiv ist und öffentlich das sagt, was Schmidt sagte, womöglich beobachten. Würde er? Oder nicht? Dann sollte man auch das klar sagen und dem Bürger eine Orientierung geben. Und selbst jemand, der solche Aussagen nur rezitiert und in Umlauf bringt, muss, wenn er nicht gerade anerkannter Journalist der Qualitätsmedien und damit absolut unverdächtig ist, solches Gedankengut womöglich selbst zu teilen, befürchten, selbst unter Extremismus-Verdacht zu geraten.

Ich habe extra diese Aussagen zu diesem Thema gewählt, weil es da besonders deutlich wird und wir alle an uns feststellen können, wie sich das Wertegefüge in den letzten Jahren gewandelt hat. Jeder weiß, dass Aussagen, die kritisch gegenüber Zuwanderung und Multikulti sind, vielleicht sogar als kritisch gegenüber dem Islam (miss-)verstanden werden können, in Deutschland heute als rechtsextrem oder rechtsradikal gelten. Ich habe diese Aussagen, die ich inhaltlich teile, nicht gewählt, weil mir dieses Thema gerade jetzt persönlich besonders am Herzen läge oder weil ich irgendeinem Menschen das Grundrecht absprechen wollte, einer Religion seiner Wahl anzugehören. Sondern nur, weil sie so gut belegen, dass heute als rechtsextrem gilt, was noch vor vielleicht 20 Jahren Mehrheitsmeinung der bürgerlichen Mitte gewesen sein dürfte und noch vor wenigen Jahren zumindest zulässiger politischer Diskurs.

Jetzt kommt der Punkt. Wenn heute rechtsextrem oder -radikal ist, was vor noch gar nicht so langer Zeit vielleicht als konservativ galt und wenn heute diejenigen, die bislang als Konservative galten, als Rechtsextremisten bezeichnet werden, dann hat man sie gemeinsam mit denen in eine Schublade gesteckt, die sich darin auch vor 30 Jahren schon völlig zu Recht befanden. Man hat Konservative, Konservativ-Liberale und Nationalkonservative mit denjenigen in eine Schublade gesteckt, die auch nach früheren Wertemaßstäben schon immer rechtsextrem waren. Mit völkischen Nationalisten, sozialen Nationalisten und Neonazis. Man hat Bürger, die sich früher zum Teil von Parteien wie CDU (vor Merkel), FDP oder sogar SPD (siehe Helmut Schmidt) vertreten fühlten mit denjenigen in eine Schublade gesteckt, deren Herz früher für Parteien wie NPD oder DVU oder für Organisationen wie die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) schlug, zu deren großer Freude. Sie haben dadurch nämlich die Solidarität und Unterstützung in einem in der Bundesrepublik zuvor nicht dagewesenen Ausmaß bekommen. Von Menschen, die weder früher rechtsextrem waren und es nach den noch vor wenigen Jahren geltenden Maßstäben auch heute nicht sind. Von Menschen, die konservativ waren und geblieben sind, die aber jetzt trotzdem eine Wagenburg bauen gemeinsam mit denen und um die herum, die schon immer als Extremisten galten. Weil sie, völlig zu Recht, nicht verstehen können, dass ihre konservative Meinung, ihr Weltbild, plötzlich rechtsextrem sein soll. Und weil sie annehmen, dass Leute wie Herr Kalbitz, der schon immer ein Rechtsextremist war, genauso zu Unrecht als solcher bezeichnet wird wie sie selbst. Viele können das nicht differenzieren und identifizieren sich, aus Uninformiertheit oder aufgrund des ständigen Bezugs einseitiger Informationen innerhalb einer Blase, mit Leuten, die wirklich Extremisten sind und es schon immer waren. Man kann nicht erwarten, dass jeder, nur weil er Mitglied einer politischen Partei ist, über ein umfassendes politisches und historisches Wissen verfügt und stets auf der Suche nach einer unabhängigen Meinungsbildung ist. Man kann aber verstehen, dass jemand, der sich selbst als Rechtsextremisten diffamiert sieht, jedoch nach früheren Maßstäben konservativ ist, mit denen solidarisiert, denen der gleiche Vorwurf gemacht wird wie ihm selbst. Aus diesem Grund mag es ja sein, dass 8000 Mitglieder der AfD dem Flügel zugeneigt sind, aber aus demselben Grund sind sie auch nicht alle rechtsextrem nach früheren Maßstäben.

Diese neue Messlatte, das Verschieben des Wertegefüges, haben die Qualitätsmedien und die politischen Gegner der AfD gemeinsam geschaffen, etwa durch ihr Wording. Durch die inflationäre Verwendung der Begriffe „rechtsextrem“ und „rechtsradikal“.

Es wird Zeit, dass diese Medien sich endlich auf ihre journalistische Neutralitätspflicht, die es für Einige ja gar nicht gibt, besinnen und damit aufhören, alles als rechtsextrem oder -radikal zu bezeichnen oder in diese Nähe zu rücken, was in ihr eigenes Weltbild oder in das, das zu vermitteln sie genötigt werden, nicht passt. Es wäre eine journalistische Aufgabe in diesem Sinne, sogar ein Dienst am eigenen Land, den Menschen in Deutschland endlich einmal, unter Nutzung der gesamten Bandbreite medialer Möglichkeiten, zu erklären, warum Rechtsextremismus nicht gleich Rechtsextremismus ist und die Messlatte neu zu definieren. Holt die Leute wieder aus der Schublade raus, die Ihr da hineingesteckt habt und lasst die drin, die schon früher darin waren. Ändert Euer Wording. Sprecht nicht von rechtsextrem oder -radikal, wenn Ihr konservativ meint. Nennt rechts, was rechts ist, lasst die Zusätze „extrem“ oder „radikal“ weg und verwendet sie dann, wenn es gerechtfertigt ist. Rechts ist okay. Ihr müsst es nicht teilen, aber es ist okay. Rechtsextrem, was immer schon rechtsextrem war, ist nicht okay. Antisemitismus ist nicht okay. Rassismus ist nicht okay. Aber auch da gibt es ja Definitionsprobleme, über die man eigene Artikel schreiben könnte. Gebt denen, die nicht wirklich Extremisten sind, eine Chance.

Es wird auch Zeit, dass die politischen Gegner der AfD sich dazu bekennen, Demokraten zu sein und danach zu handeln. Was bedeutet, auch Meinungen zuzulassen, die früher sogar in ihren eigenen Parteien gelebt wurden. Wenn der Ausweis dafür, Demokrat zu sein, darin besteht, andere als Anti-Demokraten zu bezeichnen und sie aus dem politischen Diskurs auszuschließen, genügt das sicher nicht.

Ich will die Qualitätsmedien und den politischen Gegner nicht allein für den Aufstieg des „Flügels“ in der AfD verantwortlich machen, der ja letztlich Ausdruck dieser Entwicklung ist. Ohne Björn Höcke, Andreas Kalbitz und ein paar Händen voll weiterer Rechtsextremisten wäre das nicht passiert. Die haben mit ihrer „Erfurter Resolution“, die inhaltlich gar nicht rechtsextrem war, ein trojanisches Pferd zur Sammlung von Mitgliedern für den entstehenden Flügel geschaffen (weshalb es auch völliger Unsinn ist, auf Basis der Resolution feststellen zu wollen, wer dem Flügel angehört(e) oder nahesteht). Auch das IfS in Schnellroda, das Compact-Magazin oder zahlreiche Gruppen in den sozialen Medien haben sicher ihren Anteil an der unseligen Entwicklung in der AfD. Aber die Wasserträger und Bewahrer dieser ganzen Entwicklung sind Medien und politische Gegner, weil sie durch ihr Schreiben und Reden eine Wagenburg erzeugt haben, innerhalb der nicht mehr differenziert wird. Auch die, die Teil davon sind, können nicht mehr oder zumindest oft schwer differenzieren. „Einig, einig, einig!“, das ist der Schlachtruf derer, die man da hineingezwungen hat und nicht wieder herauslassen will.

Ich habe das Patentrezept nicht, wie man das lösen will und ich fürchte auch, dass diejenigen außerhalb der AfD, die dazu beitragen könnten, es zu lösen, es nicht lösen wollen. Ich möchte enden mit einem Satz, der auch von Helmut Schmidt stammt (bei Phoenix, 2006): „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“ (jw)

Aufruf an die Patrioten in der AfD: Rettet die Partei!

Dieser Aufruf richtet sich an alle Diejenigen in der AfD, die sich NICHT selbst zum harten Kern oder überzeugten Anhängern des ehemaligen Flügels um dessen Führer (Björn Höcke), ehemalige Führer (etwa Dennis Augustin, Doris von Sayn Wittgenstein, Stefan Räpple und jetzt auch Andreas Kalbitz) oder deren Kaderschmiede in Schnellroda zählen. Denen ist hinsichtlich ihres dem Rechtsextremismus nahestehenden Weltbildes sowieso nicht mehr zu helfen. Gleiches gilt für weite Teile der Jungen Alternative (JA), deren Flammen-Logo vermutlich nicht ganz zufällig das Logo der seit 2009 verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) kopiert.

Dieser Aufruf richtet sich vielmehr an die vielen Mitglieder, die mit all dem, wofür der harte Kern des Flügels und der JA stehen, eigentlich nichts zu tun haben und das auch nicht wollen, ABER dennoch missbilligen, dass der Bundesvorstand einem der beiden wichtigsten Köpfe des (Ex)-Flügels, Andreas Kalbitz, die Parteimitgliedschaft entzogen hat. IHR seid mindestens genauso Viele wie der ganze (Ex-) Flügel selbst! Und IHR seid es, deren guten Willen und deren Liebe zur Heimat die Strategen des (Ex-) Flügels seit Jahren schamlos ausnutzen. IHR könnt die Partei retten und helfen, sie wieder auf einen Kurs zu bringen, in dem das, wofür Leute wie Andreas Kalbitz stehen, keinen Platz mehr hat.

Laut einer Umfrage dieser Woche für RTL finden bundesweit 51 Prozent der AfD-Anhänger den Kalbitz-Rauswurf richtig, während 40 Prozent die Entscheidung für falsch halten. 9 Prozent können sich nicht entscheiden. Erwartungsgemäß ist die Ablehnung des Kalbitz-Rauswurfs im Osten geringer als im Westen. 49 Prozent der ostdeutschen Anhänger sind gegen den Ausschluss. Im Westen lehnen nur 35 Prozent den Ausschluss ab. Immerhin sind aber auch im Osten 42 Prozent klar FÜR den Rauswurf, im Westen sind es 56 Prozent. Zahlen, die, selbst oder gerade weil sie von FORSA stammen, zeigen, dass die Partei noch längst nicht verloren ist. Aber eben nur dann nicht, wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden und alle, die NICHT das Weltbild von Kalbitz & Konsorten teilen, dem Bundessprecher Jörg Meuthen und der Mehrheit des Bundesvorstandes den Rücken stärken. Dem Flügel gehörten laut Verfassungsschutz bundesweit „nur“ 7.000 Mitglieder der AfD an. Vermutlich zählen nicht alle davon zu den Hardcore-Flüglern. Die AfD hat aktuell 35.000 Mitglieder. Die (Ex-) Flügel-Anhänger wären also „nur“ 20 Prozent der AfD-Mitglieder. Wenn jedoch laut der FORSA-Umfrage bundesweit 40 Prozent der AfD-Anhänger den Kalbitz-Rauswurf für falsch halten, hieße das, dass 20 Prozent davon NICHT dem (Ex)-Flügel angehören. Vorausgesetzt AfD-Mitglieder und -Anhänger würden in etwa die gleiche Meinung vertreten, was zugegeben etwas hinkt. Andere Zahlen sind leider derzeit nicht verfügbar, aber diese Größenordnung mag auch unter den Mitgliedern so ungefähr realistisch sein. 20 Prozent (Ex-) Flügel + 20 Prozent, die nicht nachvollziehen können, was denn am (Ex-) Flügel oder sogar an Personen wie Björn Höcke oder Andreas Kalbitz (oder Doris von Sayn-Wittgenstein oder …) so schlecht sein soll, dass man deren Meinungen bzw. deren Gedankengut in einer basisdemokratischen Partei wie der AfD nicht mehr vertreten haben will.

Tja, was ist denn nun daran so schlecht? Bitte lest mal diesen Artikel:

https://www.vice.com/…/rechtsextremismus-sommerlager-neonaz…

Wenn Ihr meint, dass Personen aus diesem Umfeld und solches Gedankengut nicht in dieselbe Partei gehören, in der Ihr Mitglied seid, dann könnt Ihr nicht für Kalbitz und Höcke sein. Dann könnt Ihr nicht für den (Ex-) Flügel sein! Dann könnt Ihr nicht wollen, dass das geistige Manna für die AfD in Schnellroda produziert wird und sich der Partei-Nachwuchs unter dem Flammen-Logo sammelt. Und bitte, dann zeigt jetzt Flagge, haltet Euch von diesem Haufen fern und helft Jörg Meuthen und der Mehrheit des Bundesvorstandes dabei, die AfD aus dem politischen Abseits zu befreien, in das sie durch Personen wie Höcke und Kalbitz gebracht wurde.

Und, ganz wichtig, gemeinsam mit Euch können wir alle, die NICHT dem Ex-Flügel angehören, das schaffen. Lest dazu bitte auch diesen Artikel:

https://www.watson.de/!802876757…

Ein Artikel, der Hoffnung macht. Ein Artikel der zeigt, dass der (Ex-) Flügel allein, ohne Euch, gar keine Chance hat. Entzieht ihm endlich Eure Unterstützung. Allein sind sie nicht viele. Sie sind nur besonders laut, in den sozialen Medien besonders aktiv und überdurchschnittlich gut organisiert. Es ist nicht zu spät.

Ihr seid Patrioten! Das ist man oder man ist es nicht und das ist auch weder von der Zugehörigkeit zu einer Partei noch einer Parteiströmung abhängig. Patriot wird man nicht, indem man denen folgt, die vorgeben, Patrioten zu sein, dies exklusiv zu vertreten und die versuchen, sich auf dieser emotionalen Ebene wie ein trojanisches Pferd in Eure Herzen zu schmuggeln. Ihr seid doch die, WIR sind doch die, die sich gern auf den Weg zum Hambacher Schloss machen, der Wiege der deutschen Demokratie! Aber nicht zur Wolfsschanze oder nach Braunau am Inn pilgern. Oder? Einig, einig, einig? Ja, das sollten WIR sein, einig mit Jörg Meuthen, der Mehrheit des Bundesvorstandes und der Mehrheit der AfD-Mitglieder. Aber eben NICHT mit dem (Ex-) Flügel. (jw)

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