Corona: Lockerung nach Ostern? Dieses Land ist nicht vorbereitet

Die Frage, die derzeit wohl jeden bewegt, ist die, wann die Corona-Maßnahmen endlich wieder gelockert werden. Wann ist der Lock-Down zu Ende? Wann werden Kontaktverbote aufgehoben? Wann können Handel, Gastronomie und Dienstleister endlich wieder öffnen? Wann kann man wieder zum Friseur gehen? Wann können öffentliche Verkehrsmittel wieder uneingeschränkt genutzt werden? Wann kann man wieder in den Urlaub fahren, wenigstens im eigenen Land? Wann können unsere Kinder wieder in die Schule gehen?

Die Antwort auf diese Fragen ist ganz einfach. Nach Ostern könnte es so weit sein und nach Ostern müsste es auch so weit sein. Dieses Land hat jetzt schon 750 Milliarden Euro an Wirtschaftshilfen wegen der Corona-Krise beschlossen. Das ist etwa die Dimension des gesamten Bundeshaushalts für 2 Jahre. Und es ist der Stand von vor etwa 2 Wochen. Weitere Hilfen sollen beschlossen werden. Milliarden für europäische Rettungsschirme werden hinzukommen. Wir steuern gerade auf die größte Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er und 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts zu.  Generationen werden das noch bezahlen müssen, die heute nicht einmal geboren sind.

Aber dieses Land ist nicht vorbereitet, wie es überhaupt nie vorbereitet ist, wenn die Vorbereitung verantwortliches, faktenbasiertes und vor allem schnelles und auch einmal mutiges Handeln von Politikern erfordert. Wie wir es von Männern wie Helmut Schmidt kannten. Die Merkel-Regierung ist, ebenso wie die Kanzlerin, eigentlich nie auf irgendetwas richtig vorbereitet. Es ist ein einziger Schlendrian, der sich von der obersten Regierungsebene über die Länderebenen bis hin in die kleinste Kommune fortsetzt. Keiner hat einen Plan und wenn Einer einen hat, dann hat ein Anderer garantiert einen anderen und ein Dritter einen weiteren. Planlosigkeit, keine Koordination, keine Entscheidungen zur richtigen Zeit. Das Agieren der Regierung in der Corona-Krise ist ein einziger Offenbarungseid und belegt die Untauglichkeit mancher dem Föderalismus geschuldeten Kompetenzregelung in der Krise. Krisen brauchen klare Ansagen. Aber was nützt es, wenn die, die diese Ansagen machen müssten, sich von der Entwicklung treiben lassen und vor nichts mehr Respekt haben als davor, zu schnell Entscheidungen zu treffen, die sich vielleicht hinterher als falsch herausstellen könnten. Diese Lethargie, die man schon bald als Merkelismus bezeichnen kann, hat sich wie Mehltau über das ganze Land gelegt und sämtliche Kontrollebenen infiziert. Wie blöd muss man sein, um darin auch noch ein besonders umsichtiges Handeln erkennen zu wollen?

Dieses Land hat seit Jahrzehnten nichts für den Zivilschutz der Bevölkerung getan. Es gab Szenarien in der Schublade. Man wusste, dass so etwas passieren kann. Aber man hat gehofft, dass schon nichts passieren werde. Dieses Land war nicht vorbereitet als die Corona-Krise in anderen Ländern bereits ausgebrochen war. Selbst da hat man noch nicht angefangen, sich vorzubereiten. Und als wir dann bereits die ersten Infizierten in Deutschland hatten, wie viele Wochen hat es gedauert, bis man es endlich geschafft hat, bundesweit zu halbwegs einheitlichen Regelungen zu kommen? Das ist Ländersache, hieß es immer wieder. Und die Bundesländer machten, jedes für sich und jedes unterschiedlich. Wie viele Wochen wurde das alles heruntergespielt? Man hat gewartet und gewartet und gewartet und dann hat man irgendwann Kontaktverbote beschlossen und einen Betrieb nach dem anderen geschlossen, scheibchenweise. Wie lange hat allein das gedauert, bis wir zu der heute geltenden Regelung gekommen sind?

Und nun? Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen ist seit 2 Wochen rückläufig. Erstmals übersteigt die Zahl der Heilungen die Zahl der Neuinfektionen. Die Situation bei den Intensivkapazitäten ist komfortabel. In den etwa 20.000 Intensivbetten, die für Corona-Patienten verfügbar sind, liegen seit Wochen nicht mehr als bis zu 2.000 Patienten. Der große Ausbruch ist bislang ausgeblieben. Wir warten darauf und es passiert nichts, zum Glück! Aber dann muss man das Glück auch beim Schopfe packen und die Maßnahmen wieder lockern. Müsste man. Müsste man, aber…

In diesem Land herrscht seit 2 Monaten im professionellen Bereich ein Engpass an Schutzmasken, Mund- wie Atemschutzmasken. Ebenso an Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Wer bestellt, hat eine wochenlange Lieferzeit oder bekommt die Mitteilung, dass die Rückstandslieferung storniert werden müsse, weil derzeit nicht absehbar ist, wann das bestellte Produkt überhaupt lieferbar sei.  Von der Regierung zentral bestellte Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel gibt es nicht, nicht ausreichend oder sie finden den Weg in die Praxen, Kliniken und Pflegeheime nicht oder völlig unzureichend.

In diesem Land produzieren hunderte Firmen und private Initiativen inzwischen Mundschutzmasken bzw. Behelfsmasken. Und doch ist die Lage auch 2 Monate nach dem Ankommen der Krise in Deutschland so, dass die große Mehrheit der Bürger keinen Mundschutz besitzt, den sie wenigstens beim Einkaufen, in öffentlichen  Verkehrsmitteln oder überall da, wo ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, tragen müsste. Und es gibt immer noch keine klaren Anweisungen von oben darüber, wie sinnvoll auch ein einfacher Mundschutz ist und wie dieser zu verwenden ist.

Sehen Sie sich das Video unten an. Sie sehen, wie sich die Viren in einem geschlossenen Raum, wie etwa in einem Einkaufsmarkt, ausbreiten, wenn eine Person hustet, die keinen Mundschutz trägt. Bitte die Zeitleiste im oberen Bereich des Bildes beachten.

Wir leben in einem Land, das zu den führenden Industrienationen der Welt gehört, aber es nicht schafft, binnen 2 Monaten seine gesamte Bevölkerung mit Mundschutz auszustatten und sie über dessen Anwendung aufzuklären. Wie es auch, wenn auch aus anderen Gründen, nicht einmal in der Lage ist, den Bedarf der Bürger an Klopapier zu decken.

Genau deshalb, nicht wegen dem Klopapier, aber wegen dem nicht vorhandenen Mundschutz, der Abstandsregeln überflüssig machen würde, und wegen der nicht ausreichend vorhandenen Desinfektionsmittel und Desinfektionsmittelspender in Betrieben, Geschäften und auch Schulen, können wir nicht nach Ostern lockern. Ich verstehe auch immer mehr, warum jetzt schon die ersten Weihnachtsmärkte abgesagt werden. Anstelle, dass jemand anpackt und wirklich ein Wille erkennbar wird, die heruntergefahrene Wirtschaft wieder zu starten, steckt man auf merkelistische Art den Kopf in den Sand und wartet lieber ab, wie die Dinge so vorüberziehen. Bloß nicht zu früh, bloß nicht. Diese Merkelisten sind auch alles Leute, deren Einkünfte nicht betroffen sind und von denen bezahlt werden, die irgendwann diesen ganzen außer Kontrolle geratenen Schuldenberg abtragen müssen. Sei es durch Steuern oder durch Enteignung. Lieber noch ein paar in Griechenland gestrandete Flüchtlinge aufnehmen und sich darüber freuen, dass man nun wenigstens das geschafft hat. Solange die Flüchtlinge weiter kommen können, besonders wenn es Kinder sind, ist alles gut, oder? Gerade zu Ostern. Deutschland hat ein großes Herz und das ist viel größer als Corona oder irgendwelche Wirtschaftskrisen. Ist das die frohe Botschaft zu Ostern? Sei es drum. Vielleicht hat sich Frau Merkel ja zu Ostern einen Dukatenesel gewünscht, der niemals müde wird und ganz ohne Gegenleistung produziert und produziert. Euros natürlich. Und vielleicht gibt sie uns davon allen etwas ab und wir können problemlos noch ein paar Wochen, besser Monate, Urlaub zu Hause machen. Alles wird gut! (jw)

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