Wirtschaft trotz Corona wieder hochfahren, aber wie? Teil 1: Mundschutz und Desinfektionsmittel

Ein Mundschutz, auch ein einfacher Mundschutz, schützt. Nicht den Träger zu 100%, aber die Anderen. Damit die Tröpfchen beim Ausatmen und Sprechen oder gar Husten eben nicht in einem Umkreis von 2 Metern verteilt werden, sondern innerhalb des Mundschutzes oder in kurzer Distanz verbleiben. Wenn alle Menschen verpflichtet wären, beim Aufenthalt in öffentlichem Raum Mundschutz zu tragen, wie es etwa in Südkorea ganz selbstverständlich ist, wäre das ein zuverlässiger Schutz für Alle.

Desinfektionsmittel töten oder inaktivieren Viren. Das verpflichtende Angebot von Händedesinfektion in allen Geschäften und Betrieben wäre eine zweite Säule, um Sicherheit auch da zu gewährleisten, wo Dinge angefasst werden müssen. Seien es Einkaufswagen, Ware oder vor allem auch Geld.

Das Tragen von Mund- oder Atemschutzmasken in Kombination mit einem weit verbreiteten Angebot an Desinfektionsmöglichkeiten, beim Betreten und Verlassen eines jeden Betriebes, würde es möglich machen, Ausgangssperren und Kontaktverbote zu lockern bzw. aufzuheben. Die Wirtschaft könnte in vielen Bereichen, in denen sie jetzt steht, wieder anlaufen. Geschäfte und Betriebe, deren Angebot es nicht erfordert, dass der Mundschutz abgenommen wird, könnten wieder öffnen. Das betrifft zum Beispiel die meisten Geschäfte und viele Dienstleister. Selbst Restaurants könnten zumindest wieder eröffnen, wenn sie einen (Außen-) Bereich haben, in dem die, ansonsten mit Mundschutz ausgestatteten, Gäste beim Essen und Trinken, wozu sie den Schutz abnehmen müssen, einen ausreichenden Abstand voneinander haben.

Würde es in Schulen ausreichend Desinfektionsmittel geben, ausreichend über die richtige Anwendung aufgeklärt werden und würden Lehrer wie Schüler Mundschutz tragen, könnten die Schulen sofort wieder öffnen.

Es ist Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass das Tragen von Mundschutz zur Selbstverständlichkeit wird und eine soziale Akzeptanz dafür geschaffen wird, solange der Kampf gegen die Krise nicht gewonnen ist. Es ist gleichzeitig vielversprechend und traurig, dass in ganz Deutschland Initiativen entstehen, die selbst Mund- und Atemschutzmasken nähen, um wenigstens diejenigen, die in systemrelevanten Berufen, etwa im Gesundheitswesen arbeiten, auszustatten. Sogar Kliniken werden für das auf Normalstationen tätige Personal inzwischen regional mit selbst genähten Atemschutzmasken beliefert. Weil einfach nichts verfügbar ist.

Es ist Aufgabe der Politik, nicht nur schnellstens dafür zu sorgen, dass sehr bald für jeden Bürger Mund- bzw. Atemschutz und Desinfektionsmittel in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und in Zukunft auch für solche Situationen eingelagert werden. Sondern es ist auch Aufgabe der Politik, die Bürger bis dahin anzuhalten, sich mittels Anleitungen selbst zu helfen.

Übrigens, Mundschutz könnte superschick sein. Da könnten sich doch die Designer mal so richtig austoben. Mitunter täte es schon ein Markenlogo. (jw)

Foto: pixabay

Beiträge dazu:

a) Warum auch einfacher Mundschutz schützt (Auszug einer Informationsveranstaltung für Mitarbeiter des Klinikums Chemnitz):

https://www.youtube.com/watch…

b) Anleitungen zum Selbermachen:

https://www.essen.de/gesundheit/coronavirus_6.de.html

https://www.rtl.de/…/diy-anleitung-so-naehen-sie-sich-ihre-…

c) Beispiele aus der Region Schaumburg:

https://www.szlz.de/…/aus-der-region-szlz_artikel,-landfrau…

https://www.shg-aktuell.de/…/schnelle-hilfe-ibos-autopfleg…/