Die AfD und der menschgemachte Klimawandel

Die Junge Alternative, die Jugendorganisation der AfD, hat auf das Ergebnis der Europawahl mit einer „Aufforderung zum Kurswechsel“ reagiert. Darin fordert sie unter anderem, die Themen Umweltschutz und Klimawandel mehr zu besetzen und sich von der Aussage zu verabschieden, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen. Dass ein solches Papier zu einer kontroversen innerparteilichen Diskussion führen musste, war klar. Das ist auch gut so. Schön und der Partei zuträglich wäre es, wenn man versuchen würde, diese Diskussion sehr konstruktiv und unideologisch zu führen. Denkanstöße müssen sein dürfen und es ist nicht etwas dogmatisch in Zement gemeißelt, weil es unter Federführung eines Bundesfachausschusses einmal in ein Grundsatzprogramm geschrieben wurde. Die Partei lebt, Leben bedeutet Wandel und Vorschläge müssen ebenso wie Fragen erlaubt sein. Dass das Papier dann sowohl innerhalb der Jungen Alternative als auch in Teilen der AfD zu einem Beben führte und am Ende sogar ein Landesvorstand der Jungen Alternative daran zerbrach, ist schade. Ich möchte das Thema trotzdem gern beleuchten, weil es mich ebenfalls bewegt.

Um es vorauszuschicken: Selbstverständlich leugne ich weder das Klima noch den Klimawandel, denn das kann niemand leugnen. Ich persönlich glaube auch bzw. habe mich durch Recherche überzeugen lassen, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sich auf die Entwicklung der Temperaturen auf der Erde auswirkt. Wenn es signifikant mehr wird, steigende Temperaturen, also Erderwärmung. Wenn es signifikant weniger wird, sinkende Temperaturen. Ich denke diese Grundlage ist ausreichend wissenschaftlich gesichert.

Was ich NICHT beurteilen kann, weil ich kein Klima-Wissenschaftler bin, ist die Frage, ob die derzeit gemessenen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre, die unbestreitbar höher sind als etwa vor 100 Jahren, tatsächlich für einen Temperaturanstieg verantwortlich gemacht werden können oder eben nicht. Was ich NICHT beurteilen kann, ist, ob die aktuelle Entwicklung der Temperaturen überhaupt so ist, dass man von einer Erwärmung sprechen kann. Was ich NICHT weiß, ist, ob sich die Temperaturen nicht genau so entwickeln, wie sie sich auch ohne den Einfluss des Menschen entwickeln würden.

Was ich weiß, ist, dass wir uns derzeit in einer Eiszeit befinden, innerhalb der es Kalt- und Warmzeiten gibt, die einem bestimmten, immer wieder gleichen Rhythmus zu folgen scheinen. Was ich weiß, ist, dass wir uns gerade in einer Warmzeit innerhalb dieser Eiszeit befinden. Was ich weiß, ist, dass wir in unseren Breiten vor langer Zeit einmal ein subtropisches Klima mit Palmen und Regenwäldern hatten. Und dass die Pole im Laufe der Erdgeschichte die allermeiste Zeit eisfrei waren.

Was ich NICHT weiß, ist ob der Mensch oder das CO2 nun dazu beitragen, dass diese natürlich ablaufenden Klimaveränderungen, die es schon immer gab, wesentlich schneller ablaufen als es ohne Einfluss des Menschen der Fall wäre. Ich weiß nicht, ob der Klimawandel menschgemacht ist oder nicht. Ich leugne es nicht und ich sage auch nicht, dass ich es für wahrscheinlich oder unwahrscheinlich halte.

Was ich weiß, ist, dass es eine Klimaschutz-Lobby mit handfesten finanziellen Interessen gibt und dass auch hinter Greta Thunberg, der Ikone der „Fridays for Future“-Bewegung, finanzielle Interessen stehen. Was ich weiß, ist, dass die Maßnahmen, die im Namen des Klimaschutzes in großem Stil getroffen werden, nicht selten ineffektiv und umweltschädlich, aber trotzdem teuer für Steuerzahler und Strom-Endkunden sind. Biogas-Anlagen mögen so ein Thema sein. Wasserkraftwerke, die außerhalb Deutschlands in unvorstellbarer Zahl geschaffen werden, zerstören gewachsene Landschaften, vernichten Millionen Hektar Wald und führen zum Aussterben tausender Fischarten und anderer Tiere, deren Lebensräume und Brutstätten im Namen des Klimaschutzes vollständig zerstört bzw. überflutet werden. Windkraftwerke schreddern Vögel und Fledermäuse  und stehen im Verdacht  auch für in der Nähe lebende Menschen und Tiere gesundheitsschädlich zu sein. Um die Rohstoffe für die Akkus von Elektromobilen zu gewinnen, werden in Afrika und anderswo täglich Hunderttausende Tonnen Grundwasser verseucht. Und solange ein Großteil der Energie in Deutschland durch Verbrennung fossiler Brennstoffe gewonnen wird, was in naher Zukunft wegen der speziellen Probleme der regenerativen Energien nicht anders möglich ist, ist auch die CO2-Bilanz der meisten Elektromobile deutlich schlechter als die eines Autos mit einem modernen Verbrennungsmotor.

All das lässt mich zweifeln. Lässt mich die Erwägung nicht ausschließen, dass es beim gesamten weltweiten Klima-Hype hauptsächlich um ein Riesengeschäft geht. Aber wenn das so sein sollte und all die Maßnahmen, die wir alle am Ende bezahlen müssen, eigentlich nur einer Umverteilung von Geld dienen und nicht dem Klimaschutz. Und wenn viele der Maßnahmen, etwa zum Ausbau der regenerativen Energien, am Ende auch noch umweltschädlich sind. Dann muss man dagegen sein.

Aber ist das wirklich so? Wer sagt uns, dass das so ist? Fatal wäre es, wenn der auf den ersten Blick noch verhältnismäßig geringe CO2-Anstieg in der Atmosphäre doch die Auswirkungen hätte, die etwa vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung behauptet werden. Wie nähert man sich der Wahrheit? Ich stehe da etwas auf dem Schlauch. Leider sind die Konsequenzen, die die Klimaschutz-Politik für alle hat, auch so groß, dass man nicht einfach sagen kann: „Ob es nun stimmt oder nicht mit dem menschgemachten Klimawandel, es schadet auf jeden Fall nicht, etwas dagegen zu tun.“ Denn das stimmt nicht. Das, was man dagegen tut, schadet. Die Frage ist nur, welches der größere Schaden ist.

Die AfD hat in ihrem Grundsatzprogramm einen Ansatz zur Klimapolitik, der sich vielleicht am besten in diesem Satz ausdrückt: Die AfD sagt „Ja zum Umweltschutz“, macht aber Schluss mit der „Klimaschutzpolitik“. Sie bestreitet, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre den von Klimaschutz-Organisationen behaupteten Effekt auf das Klima hat und behauptet, dass diese sogar einen positiven Effekt hätte, sich nämlich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirken würde. Sie will deshalb sämtlichen Klimaschutz-Organisationen die staatliche Unterstützung streichen.  Womit sie natürlich nicht behauptet, dass CO2 im Grundsatz keinen Einfluss auf das Klima hätte.
Leider macht sie dann aber einen Bogen, der in meinen Augen irgendwo einen verschwörungstheoretischen Anstrich hat. Sie unterstellt, durch die Klimaschutz-Politik trage die Regierung zu einer „Transformation der Gesellschaft“ bei, wobei die persönliche und wirtschaftliche Freiheit massiv eingeschränkt würden.

Als jemand, der seit 2013 Mitglied der AfD ist und sich auch ein paar Jahre an der Fachausschuss-Arbeit beteiligt hat, allerdings nicht im Bereich Klima und Energie, weiß ich, dass die AfD ein Sammelbecken für Mitbürger und Interessenten ist, die entweder sehr exotische eigene Ideen haben oder Ideen von Organisationen vertreten, die sie mit Hilfe der AfD transportieren wollen. Was den Bereich Klima und Energie betrifft, so sind Mitglieder und Anhänger von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie e.V.) sehr früh zur AfD gestoßen und haben auch in den Fachausschüssen Einfluss auf die Programmatik der AfD zum Thema genommen (siehe oben).

Nun habe ich als in der Sache relativ ahnungsloser, aber denkender Bürger erst einmal überhaupt keine Vorbehalte gegenüber Wissenschaftlern und Mitgliedern, die sich im Sinne von EIKE engagieren. Genauso wenig wie ich Vorbehalte habe gegen Wissenschaftler, die für das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung arbeiten. Doch wer hat Recht? Ist es EIKE, weil EIKE mit der AfD verbandelt ist? Oder sind es die weltweiten Klimaschutz-Organisationen, wie etwa das Potsdamer Institut? Mein Wissen sagt mir, dass hinter den Klimaschutz-Organisationen massive finanzielle Interessen stehen. Mein Bauchgefühl sagt mir, nicht nur deshalb, dass um den Klimaschutz und um die Auswirkungen von CO2 auf das Klima ein Riesen-Wirbel gemacht wird, der nicht im Verhältnis zu den tatsächlichen Auswirkungen steht und dass mit Horror-Szenarien drohender Umweltkatastrophen Ängste vor etwas geschürt werden, das man mit allen Mitteln bekämpfen muss, auch wenn es weh tut. Tatsächliche Umweltkatastrophen und Wetter-Kapriolen bieten dabei immer wieder hinreichend Belege für die Richtigkeit der Geschichte von einer drohenden Klima-Apokalypse.

Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Ich habe gelesen, dass EIKE Zuwendungen in erheblicher Höhe von der US-Ölindustrie bekommen haben soll (Exxon). Was ist da eigentlich dran? Zum Mitläufer derjenigen, die ihr Geld mit der Förderung und dem Verkauf fossiler Energieträger machen, möchte ich mich nun auch nicht machen lassen. Wenn solche Interessen im Hintergrund von EIKE stehen sollten, dann wäre das ja nicht besser als die Klimaschutz-Lobby auf der anderen Seite. Vielleicht klärt diesen Vorwurf mal jemand auf.

Auf jeden Fall reicht es nicht aus, dagegen zu sein, weil die Regierung, die meisten Medien und deshalb auch die Mehrheit der Bevölkerung dafür sind und das schon für die Unterstellung reicht, es gehe nur um wirtschaftliche Interessen. Selbst wenn das aus meiner Sicht etwa für die meisten Windkraftanlagen und Biogasanlagen zutrifft. Aber hier meine ich jetzt die Interessen weltweit agierender, milliardenschwerer Organisationen oder Personen, die im Hintergrund, behauptet oder tatsächlich, die Fäden ziehen. Ich weiß, Verschwörungstheorie-Gefahr. Verzeihung.

Nehmen wir einmal an, CO2 hätte die behaupteten Auswirkungen auf das Klima oder, etwas einfacher, die Reduktion von CO2 in der Atmosphäre würde sich zumindest POSITIV auf das Klima auswirken. Wenn also weniger CO2 dazu beitragen würde, dass die Bewohner der Fidschi-Inseln nicht wegen des steigenden Meeresspiegels ihre Dörfer verlassen müssten und sich auch die Küstenlinie Europas nicht langfristig verändert. Dann wäre es ja nicht falsch, sich aktiv um eine Reduktion der CO2-Emissionen zu bemühen.

Jetzt kommt der Punkt. Wenn es so wäre, könnte man die gewünschte CO2-Reduktion in der Atmosphäre mit den angedachten Maßnahmen, von Autos mit Elektroantrieb bis zu Zertifikaten für CO2-Emissionen, erreichen?  Da lege ich mich jetzt aufgrund dessen, was ich gelesen habe, vorerst fest und sage NEIN. Weil diese Maßnahmen im Grunde alle nicht berücksichtigen, dass derjenige, der den mit Abstand größten Anteil des jährlichen CO2-Ausstoßes verursacht, der Mensch selbst ist. Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um 83 Millionen. Diese stoßen so viel CO2 aus, dass dadurch vermutlich sämtliche Maßnahmen, die man auf technischer Ebene nur treffen kann, bereits in kürzester Zeit  wieder kompensiert sind. Der richtige Ansatzpunkt wäre also das Bevölkerungswachstum. Die Bevölkerung Europas wächst nicht.

Die Junge Alternative schreibt in ihrem Papier: „Ein konkretes Beispiel wäre, die Entwicklungshilfe der Schwellenländer an die Einführung einer Ein-Kind-Politik zu koppeln, um einem der größten Klimaprobleme, der Überbevölkerung entgegenzutreten.“
Ob es nun eine Ein-Kind-Politik sein muss und diese sinnvoll und umsetzbar wäre (siehe Beispiel China), weiß ich nicht. Aber der Grundgedanke ist genau richtig. DAS Thema, wenn es um Klimaschutz geht, ist eigentlich die Bevölkerungszunahme. Dagegen hilft keine der in Deutschland erfolgenden und noch angedachten Maßnahmen zum Klimaschutz. (jw)

Links zum Thema:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/rhythmen-des-klimas-auf-der-erde-war-es-meist-eher-heiss-als-kalt/20116362-all.html

https://www.tagesspiegel.de/wissen/rhythmen-des-klimas-explosion-des-lebens-aus-einem-schneeball/20125230-all.html

https://www.focus.de/wissen/klima/tid-8638/diskussion_aid_234319.html

https://www.mdr.de/wissen/umwelt/mensch-macht-klimawandel-100.html#sprung2

Nur 0,0004712 Prozent!! BUND Aktivist weiss nicht wieviel CO2 von Deutschland in die Luft abgegeben wird!