Richtungsentscheidung: AfD Niedersachsen stellt die Weichen für die Zukunft

Walsrode. Die AfD Niedersachen hat an diesem Wochenende die ersten 7 Kandidaten ihrer Landesliste für die Landtagswahl in Niedersachsen gewählt. Die Landtagswahl wird wegen der Regierungskrise in Hannover nach aller Voraussicht noch in diesem Jahr stattfinden. Mit der Wahl der Kandidaten haben etwa 400 AfD-Mitglieder ihrer Partei einen Kurs vorgegeben, der völlig klar macht, dass die Partei mit beiden Beinen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, für eine bürgerlich-konservative Wählerschaft eine echte Alternative sein will und zudem breit aufgestellt ist.

Auf einem spannenden Parteitag gaben die Mitglieder der erkennbaren Qualität und Qualifikation der Kandidaten den Vorzug vor Empfehlungslisten der beiden großen Lager, die sich grob in Unterstützer und Gegner des Landesvorsitzenden einteilen lassen. Unter die ersten 7 kamen Kandidaten beider Listen und auch ein Kandidat, der auf keiner Liste stand.

Mit der Unternehmerin Dana Guth wurde bereits am Samstag eine Frau auf Listenplatz 1 zur Spitzenkandidatin gewählt, die bisher, auch vom Landesvorsitzenden Hampel selbst, als klare  Gegnerin des Landesvorsitzenden gesehen wurde. Hampel hatte noch am Samstag gegenüber der Presse geäußert, dass er die Kandidaten um Frau Guth nicht unterstütze. Frau Guth hatte noch im März um den Landesvorsitz gegen Hampel kandidiert.

Mit dem Rechtsanwalt Klaus Wichmann wählten die Mitglieder mit einer beeindruckenden Mehrheit im 1. Wahlgang einen Kandidaten auf Platz 5, der sich auf die Frage, welchem innerparteilichen Lager er sich zugehörig fühle, klar im bürgerlichen Lager verortete und deutlich machte, dass die Partei glaubhaft ein anderes Gesicht nach außen zeigen müsse, um von einer breiten Mehrheit gewählt zu werden.

Peer Lilienthal aus Hannover und Jens Ahrends aus Oldenburg, die beide seit ihrer aktiven Dienstzeit als Offiziere der Bundeswehr in der freien Wirtschaft tätig sind, wurden nach mitreißenden Reden auf die Listenplätze 3 und 7 gewählt.

Auch Stefan Bothe aus Lüneburg und Stefan Henze aus Hannover konnten die Mitglieder überzeugen. Sie wurden auf die Plätze 2 und 4 gewählt. Stefan Wirtz aus Braunschweig setzte sich als Kandidat für Platz 6 durch.

Alle Kandidaten zeigten in ihren Reden, dass sich der niedersächsische Landtag in Zukunft auf Abgeordnete der AfD freuen darf, die nicht nur reden können, sondern deren Ausbildung und berufliches Fundament sie außerordentlich für die Arbeit im Landtag qualifiziert.

Ob damit nun die Macht des Landesvorsitzenden und seines Landesvorstandes gebrochen ist oder nicht, mag man angesichts der teils knappen Mehrheiten für Kandidaten aus beiden Lagern nicht sagen. Aber die Zeiten, in denen der Landesvorstand jeden Wunschkandidaten mit strenger Kader-Mentalität einfach durchdrücken konnte, scheinen endgültig vorbei zu sein.

Die AfD Niedersachsen hat vielleicht an diesem Wochenende eine echte Chance dazu erhalten, innerparteiliche Streitigkeiten und Lagerkämpfe zu beenden und nun endlich gemeinsam für die gemeinsame Sache und die gemeinsamen Kandidaten zu kämpfen. Man kann nur hoffen, dass sie die auch wahrnimmt. Dabei spielte durchaus auch eine in dieser Hinsicht glückliche Fügung eine Rolle. Durch die Regierungskrise in Hannover wird es vorgezogene Neuwahlen in Niedersachsen geben und die AfD Niedersachsen wir EINEN Wahlkampf für ZWEI Wahlen führen müssen, selbst wenn die zweite wenige Wochen später stattfinden sollte. Da die Listen-Kandidaten für die Bundestagswahl und die Landtagswahl nun aus beiden innerparteilichen Lagern kommen, wird den Mitgliedern gar nichts anderes übrig bleiben als gemeinsam Wahlkampf für beide Wahlen zu machen. Die Chance ist da, dass die Lager nun wieder zusammenwachsen. Vorbei dürften die Zeiten sein, in denen Mitglieder, die dem einen Lager angehören, sagten, sie würden für das andere Lager keinen Wahlkampf machen. Nun müssen sie. Sie können gar nicht anders.

Die Liste wird am übernächsten Wochenende komplettiert. Es wäre gut, wenn sich die gute Mischung auch hier fortsetzen würde.

Besseres konnte der AfD Niedersachsen überhaupt nicht passieren. Und so will ich mich dem Landesvorsitzenden gerne anschließen, der ein zweistelliges Ergebnis für die AfD bei der Landtagswahl in Niedersachsen vorgab. Könnte klappen. Mit den Kandidaten und mit den richtigen Wahlkampfmitteln, die auf einem eingeschobenen Sonderparteitag an diesem Wochenende auch noch verabschiedet wurden, ja. Also, auf geht’s. Für unser Niedersachsen und für unser Deutschland! (jw)

Foto: Die Spitzenkandidatin Dana Guth unmittelbar nach ihrer Wahl; copyright: Susanne Rotermund