Auf Schleichfahrt im Trockendock: Die Speerspitze der AfD Niedersachsen

Eine Satire

Der Dampfer „Einheitspartei“ kreuzt dieser Tage wieder in bundesdeutschen Gewässern, um neue Passagiere aufzunehmen. Auch vor der niedersächsischen Küste. Der Rumpf leuchtet orange-rot. Die Schornsteine zeigen alle Regenbogenfarben. Die Flagge am Heck ist dunkelbau mit gelben Sternen, die zu einem Kreis angeordnet sind. Zur Sicherheit fährt der Dampfer im Geleitzug. Er ist von mehreren Fregatten und Zerstören umgeben, deren Namen zum Beispiel „BILDerberg“, „FAZke“,  „Makrone“, „Erste Reihe“ oder „WELTenbummler“ lauten. Auch ein paar Beiboote gehören zum Geleit. Gesichtet wurden etwa die „Dröge“, die „Margot“ und die „Antifant“. Und, falls alle Stricke reißen, ist auch noch der Seenotrettungskreuzer „Madsack“ in der Nähe.

Wie kann man das ändern? Die AfD Niedersachsen hatte große Pläne. Mit dem U-Boot „Ostpreußen“ wollte sie den Dampfer versenken. Und heuerte dafür einen erfahrenen U-Boot-Kommandanten an. Armin Paul Hampel. Der Mann kennt sich nicht nur mit U-Booten bestens aus, sondern wurde auch bei der gegnerischen Marine ausgebildet. Lange Zeit verbrachte er an Bord der „Ersten Reihe“. Er kennt sich daher in der Taktik des Gegners bestens aus. Hampel wurden erfahrene Mitstreiter zur Seite gestellt, die den U-Boot-Angriff zu Wasser und zu Lande flankieren sollten. Etwa Flugkapitän Thomas Ehrhorn, Trappenjäger Uwe Wappler oder Fallschirmjäger Rolf-Rüdiger Wandtke. Allesamt erfahren in Strategie und Militärgeschichte, bis zurück in das vorletzte Jahrhundert.

Wie ist da nun der Stand der Dinge? Bislang steht das U-Boot im Trockendock in Lüneburg. Wie man hört, wurden allerdings seit Monaten wichtige Teile für die Fertigstellung nicht geliefert, die ausgerechnet für einen Kampfeinsatz erforderlich wären. Allen voran die Bewaffnung. Jedoch ist das kein Problem für Hampel. Ganz nach dem Vorbild Rommels im Afrika-Feldzug weiß er: “Schein ist notfalls besser als Sein.“ Somit wurden Vorbereitungen getroffen, das U-Boot notfalls mit Attrappen zu vervollständigen, was unter der blauen Farbe kaum auffallen dürfte.

Hinzu kommt, dass es Probleme mit der Mannschaftsliste geben soll. Trotzdem Hampel sie schon vor über 3 Monaten unter Hochdruck hat zusammenstellen lassen, wurde sie immer noch nicht beim zuständigen Schiffahrtsamt eingereicht. Einige Matrosen fragen sich, ob das Boot jemals in See stechen wird. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass auch das AfD-Boot aus dem Saarland wegen einer ungültigen Mannschaftsliste womöglich gar nicht erst auslaufen wird.

Vor dem Ernstfall sollte das Boot „Ostpreußen“ jedoch in einer Simulation getestet werden. Und Hampel blies vollmundig zum Angriff auf den Übungsgegner „Kreistag Uelzen“. Seine Strategie dabei: Schleichfahrt und lautlos an den Gegner heranpirschen. Hampel tat das sehr erfolgreich, denn obwohl die Simulation schon seit Oktober 2016 läuft, hat die „Kreistag Uelzen“ den Gegner bis heute nicht bemerkt. Wie deren Kapitän bestätigte, fühle man sich inzwischen in sicheren Gewässern. Ob der Schuss aus der Tiefe noch kommt, bezweifelt er. Wenn er sich da mal nicht täuscht.

Eine ehemalige Dienstvorgesetzte Hampels, von der er einst zur Unterstützung der Operation „Europa“  berufen wurde, wies bereits Anfang 2015 auf dessen außergewöhnliche Fähigkeiten als Schleichfahrer hin. Er habe sich direkt nach seiner Berufung auf Schleichfahrt begeben und sei danach über Monate nicht wieder gesehen worden.

Und der Dampfer „Einheitspartei“? Dessen Kapitänin Merkel zuckte, auf Hampel angesprochen, neulich mit den Schultern: „Wer ist das?“ Na, wenn sie sich da mal nicht täuscht. Wir werden erleben, ob die „Ostpreußen“ rechtzeitig zum Gefecht fertig wird und sich, weiterhin unbemerkt, an die „Einheitspartei“ heranpirschen kann. Um sie dann mit einem „Wumms“ zu versenken. (jw)